Nicht jeder von Akne Betroffene wird lebenslang bleibende Narben davontragen. Doch lediglich abzuwarten, bis die Krankheit vorbei ist, kann das Risiko zur Narbenbildung erhöhen. Für den Fall, dass es zu unschönen eingesunkenen Narben kommt, hat der Hautarzt ein effektives Repertoire an geeigneten Therapien zur Hand.

„Narben vermeiden ist immer besser als Narben behandeln. Deshalb sollte schon die Akne vor der Abheilung von einem Hautarzt entsprechend behandelt werden, um einer möglichen Narbenbildung nach Abheilung der Hauterkrankung vorzubeugen“, lautet der rat von Dr. Gerd Kautz vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen.

Je nach Ausprägung der Akne greife der Dermatologe zu oberflächlich wirksamen Peelings mit verschiedenen Substanzen zurück, um das Hautbild zu ebnen und so Narben zu vermeiden. Diese Art der Behandlung führt zu einer homogeneren, also ebenmäßigeren Abheilung der Haut. „Auch eine orale Therapie etwa mit Antibiotika hemmt die Entzündungen der Haut, so dass Narben nach Möglichkeit erst gar nicht entstehen“, so der in Konz bei Trier niedergelassene Dermatologe.

Sind die für Akne typischen Hautentzündungen bereits vernarbt, führt der Hautarzt ein Fruchtsäure-Peeling durch. „Auch hierbei ist das Ziel, die Hautoberfläche gleichmäßig abheilen zu lassen“, so Kautz. Eine weitere Möglichkeit Aknenarben zu behandeln ist die Mikrodermabrasion, wörtlich übersetzt „kleines Abschleifen der Haut“. Dabei werden Salzkristalle oder sehr feine Sandkörnchen mit hoher Geschwindigkeit durch eine Düse auf die Haut geblasen – quasi wie beim Sandstrahlen. Die Ränder der eingesunkenen Aknenarben werden in diesem Verfahren abgeflacht, wodurch die Hautoberfläche ebenmäßiger erscheint.

„Sind die Narben zu ausgeprägt, greift der Dermatologe zur Dermabrasion mittels eines speziellen Schleifinstruments. Hiermit können auch die Ränder tieferer Narben angeglichen werden“, erklärt Kautz. Außerdem könne mittels einer feinen Stanze das eingesunkene Narbengewebe losgelöst und auf das übrige Hautniveau angehoben werden. Der Laser-Spezialist Kautz – und viele seiner niedergelassen Kolleginnen und Kollegen – kann auch mit dem hochenergetischen Lichtstrahl Aknenarben behandeln. Hierfür stehen verschiedene Lasersysteme zu Verfügung, die sich in erster Linie in ihrer Wirkweise unterscheiden.

„Eine Möglichkeit zur Narbenbehandlung per Laser ist der Einsatz eines nicht-ablativen, also nicht-abtragenden Systems. Bei dieser als Photothermolyse bezeichneten Behandlung wirkt der Laser nur auf sehr kleine Bereiche, wobei die umliegenden unbehandelten Gewebebereiche zur Zellneubildung angeregt werden. Auch Pigmentstörungen infolge der Akne können so beseitigt werden“, informiert der Hautarzt über diese Form des Einsatzes von Laserstrahlen zur Behandlung von Aknenarben. Mit anderen, die Haut in dünnen Schichten abtragendenden Lasersystemen werde ein ähnlicher Effekt wie bei der Dermabrasion erreicht, indem das Randgewebe der Aknenarbe mittels hochenergetischem Laserlichts abgetragen wird. „Tiefliegende Aknenarben können auch durch Unterspritzung mit Biomaterialien wie Hyaluronsäure oder Polymilchsäure beseitigt werden“, weiß Kautz eine weitere Behandlungsmöglichkeit in der dermatologischen Praxis. Grundsätzlich solle eine Akne von Beginn bis zur eventuellen Narbenbehandlung in den Händen eines Hautarztes liegen. „Das Krankheitsgeschehen der Akne gestaltet sich sehr vielfältig. Eine effektive Behandlung und die Korrektur von Narben sollte in einer dermatologischen Praxis erfolgen, da hier dem Patient das nötige Know-How und therapeutische Repertoire zugute kommt“, so Kautz.

Quelle: BVDD

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