Bald ist es wieder so weit. Einige hunderttausend junge Leute starten als „Azubis“ in ihre Berufsausbildung. Aber Achtung: manche von ihnen werden schon bald die Erfahrung machen, dass der ersehnte Job eine schwere Belastung für ihre Hautgesundheit darstellt. Eine Berufseignungsuntersuchung kann vor bösen Überraschungen bewahren.

Maler, Maurer oder Friseur – diese und viele andere Berufe sind für Menschen mit Hautkrankheiten eigentlich tabu. Eine Untersuchung beim Hautarzt und eine genaue Bewertung des Einzelfalls geben Aufschluss über das individuelle Gefährdungspotential.

„Menschen mit Hautkrankheiten oder empfindlicher Haut sei grundsätzlich zu einer dermatologischen Untersuchung geraten, bevor sie sich einem neuen Beruf widmen oder eine Ausbildung beginnen“, empfiehlt Dr. Arno Köllner vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Der Sonderreferent für Berufsdermatologie weiß aus seinem Praxisalltag, dass angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt Hautkranke in Berufen arbeiten, für die sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Konstitution eigentlich nicht geeignet sind.

„Eine junge Frau mit Neurodermitis wurde von mir über lange Jahre behandelt und betreut. Bei ihr waren nicht die Hände, wohl aber die Arm- und Kniebeugen sowie Gesicht und Hals betroffen. Nachdem ich die Patientin etwa zwei Jahre lang nicht mehr gesehen hatte, kam sie mit einem sehr ausgeprägten Handekzem in meine Praxis: Sie hatte vor wenigen Monaten eine Ausbildung als Friseurin angenommen und dort Tätigkeiten ohne den entsprechenden Hautschutz verrichtet“, berichtet Köllner von einem Fall aus seiner Praxis. Der alltägliche Kontakt mit Farb- und Bleichstoffen, das häufige Tragen von schützenden Handschuhen sowie die Dauerbelastung der Haut mit Feuchtigkeit – etwa beim Haarewaschen – verursachten bei der jungen Frau das Handekzem. Letztendlich musste sie den Beruf aufgeben.

Zwar ist nach Köllners Angaben die Zahl der berufsbedingten Hauterkrankungen in diesem Handwerk in den letzten Jahren durch wirksame Arbeitsschutzmaßnahmen sehr stark rückläufig, doch könnten auch diese nicht immer in jedem Einzelfall greifen. Ähnlich sehe es in anderen Berufszweigen aus: als Maler, Reinigungskraft oder in den Pflegeberufen, in der Metall- und Baubranche oder in der Nahrungsmittelindustrie seien Menschen besonders gefährdet, eine beruflich bedingte Dermatose zu entwickeln.

Jedoch hält der Duisburger Hautarzt nichts vom Ausschluss ganzer Berufsfelder für Menschen mit Hautkrankheiten: „Wäre die junge Frau vor Antritt der Lehrstelle bei mir vorstellig geworden und hätte von ihrem Berufswunsch berichtet, hätte ich ihr eigentlich von diesem Berufsweg abraten müssen. Doch wenn es sich um einen Traumberuf handelt, gerade angesichts des heutigen Arbeits- und Lehrstellenangebots, müsste ich diesen Rat relativieren und den betreffenden Patienten auf einen bestmöglichen Hautschutz im Arbeitsalltag einschwören“, so Köllner. Letztendlich handele es sich bei der Berufseignungsuntersuchung immer um eine individuelle Untersuchung; man könne Hautkranken nicht pauschal von bestimmten beruflichen Tätigkeiten abraten.

Quelle: BVDD

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