Wer kennt das nicht: Nasse Hände bei Aufregung, feuchte Achseln an heißen Tagen oder Schweißperlen auf der Stirn beim Joggen? Es gibt jedoch Menschen, die in fast allen Lebenssituationen überdurchschnittlich stark schwitzen. Ein ewig feuchter Händedruck oder permanent schweißnasse Achseln können auf Dauer unangenehm werden. Diese vermehrte, krankhafte Produktion von Schweiß ohne ersichtlichen Grund heißt Hyperhidrose.

„Jeder, der vermutet, von Hyperhidrose betroffen zu sein, kann beim Hautarzt eine sogenannte Gravimetrische Schweißmessung durchführen lassen“, erklärt Dr. Johannes Müller-Steinmann, ärztlicher Direktor des Hautarztzentrums Kiel. Mit einem saugfähigen Filterpapier ermitteln Dermatologen, wie viel Schweiß der Körper pro Minute abgibt. Ein Wert ab 30 mg/5 min weist auf Hyperhidrose hin.

In diesem Fall ist mehr als ein normales Antitranspirant nötig, um die Schweißproduktion in den Griff zu bekommen. Eine junge Therapieoption ist die Behandlung mit Botulinumtoxin A – einem natürlich vorkommenden Bakterieneiweiß. „Wir injizieren den Stoff mit einer feinen Nadel unter die obere Hautschicht und blockieren so die Nervenimpulse, die für das Schwitzen verantwortlich sind. Je nach Präparat, Dosis und Ort setzt die Wirkung nach drei bis sieben Tagen ein und hält meist bis zu neun Monate“, erläutert Müller-Steinmann. Wiederholt man die Behandlung danach, wirkt sie wieder bis zu neun Monate. In der Regel ist eine örtliche Betäubung nicht notwendig, bei der Unterspritzung an Hand- und Fußsohlen jedoch zu empfehlen.

Langfristige Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt. Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung nicht.

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