Ein Implantat, das bräunt und zugleich vor UV-Strahlen schützt – ist das bald eine Alternative zu Bräunungscreme und Sonnenmilch? Australische Wissenschaftler haben ein künstliches Hormon entwickelt, das die Produktion des körpereigenen Farbstoffs Melanin anregt.

Das Hormon Afamelanotid wird von einem Implantat der Größe eines Reiskorns abgegeben, das unter die Haut gespritzt wird. Nach zwei Tagen ist das Ergebnis sichtbar: Der ganze Körper ist gleichmäßig gebräunt. Die Bräune hält bis zu zwei Monate an.

Als Vorbild diente den Forschern das körpereigene Hormon Alpha-MSH. Dieses ist für den natürlichen Bräunungsprozess zuständig: Wird die Haut starkem Sonnenlicht ausgesetzt, veranlasst Alpha-MSH die Produktion des braunen Pigments Melanin, das die Haut gegen UV-Strahlen abschirmt. „Das künstliche Hormon erfüllt die gleiche Funktion“, erklärt Dr. Johannes Müller-Steinmann, leitender Arzt des Hautarztzentrums Kiel. „Aber: Da das Hormon per Spritze verabreicht wird, muss die Haut nicht mehr der schädlichen Sonne ausgesetzt werden. Auch ist die bräunende – und damit schützende – Wirkung von Afamelanotid weitaus stärker.“

Sonnenschutz aus der Spritze – auch für Patienten mit Lichtallergien (Photodermatose) kann das große Vorteile bringen. Zugelassen ist das Mittel jedoch noch nicht: Seine Wirkung am Menschen wird gegenwärtig getestet.

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