Hämorrhoiden: Frühe Behandlung schmerzfrei und schonend

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden! Das ist auch gut so, denn die Gefäßpolster dienen dazu, den Darmausgang sicher zu verschließen. Sie füllen sich mit Blut, wenn der Schließmuskel geschlossen ist. Entspannt sich dieser, sodass der Darm entleert werden kann, schwellen die Hämorrhoiden ab. Solange dieses Zusammenspiel funktioniert, bemerken wir unsere Hämorrhoiden überhaupt nicht.

Sprechen wir über Hämorrhoiden, meinen wir daher in aller Regel die dauerhaft vergrößerten Gefäße, die uns Probleme bereiten. Sie können aus dem After hervortreten und so typische Beschwerden wie beispielsweise ein unangenehmes Jucken und Brennen im Analbereich und Blutungen beim Toilettengang auslösen. Gegen leichte Beschwerden können Salben, Zäpfchen oder auch Sitzbäder helfen. Diese enthalten entzündungshemmende Stoffe, wirken abschwellend oder betäubend. Allerdings verschwinden die Hämorrhoiden dadurch nicht.

In einem frühen Stadium lassen sich Hämorrhoiden gut ambulant behandeln, etwa durch Veröden. Dabei spritzen Ärzte eine Flüssigkeit in die vergrößerten Gefäße, die diese schrumpfen lässt. Das hört sich schmerzhaft an, ist es aber nicht. Denn in den Hämorrhoiden befinden sich keine schmerzempfindlichen Nerven.

Übrigens: Schätzungen gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Erwachsenen über 30 Jahren von Hämorrhoiden betroffen ist. Es gibt also keinen Grund, sich dafür zu schämen.

@Hautarztzentrum Kiel

Ursachen von Hämorrhoiden: Gene und Lebensstil

Die Neigung zu Hämorrhoiden ist genetisch bedingt. So leiden Menschen, die generell eine angeborene Schwäche der Gefäßwände haben, auch häufiger unter den unangenehmen Gefäßvergrößerungen im Analbereich. Da mit zunehmendem Alter die Festigkeit der Gefäßwände ebenfalls nachlässt, treten Hämorrhoiden dann häufiger auf.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Hämorrhoiden spielt zudem das eigene Verhalten. So erhöht etwa starkes Pressen beim Toilettengang den Druck auf die Gefäße und lässt sie zu stark anschwellen. Sie leiern auf Dauer aus und es bilden sich Aussackungen. Auch ständig dünnflüssiger Stuhlgang, etwa durch anhaltende Durchfälle oder Missbrauch von Abführmitteln, stört das sensible Verschlusssystem des Enddarms und kann Hämorrhoiden begünstigen.

Dauerhaftes Sitzen bei der Arbeit und in der Freizeit trägt ebenfalls dazu bei, dass sich das Blut unterhalb der Hüfte staut und so den Druck auf die Gefäße erhöht. Ein weiterer Risikofaktor ist Übergewicht, da auch hier zusätzlich Druck auf den Hämorrhoiden lastet, der den Blutfluss stört.

Durch das Gewicht von Kind und Gebärmutter, das auf den Beckenboden drückt, treten Hämorrhoiden auch häufig während und nach einer Schwangerschaft auf. Die hormonelle Umstellung, die das Gewebe weicher macht, begünstigt sie noch zusätzlich. Die gute Nachricht: Hier bilden sich die Hämorrhoiden häufig innerhalb weniger Monate nach der Geburt von allein zurück.

Behandlung: Veröden – in der Regel ohne Schmerzen

Gegen die Beschwerden wie Juckreiz und Entzündungen können Salben, Zäpfchen und Sitzbäder helfen. Diese wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie bekämpfen allerdings nicht die Ursachen. Hier richtet sich die Behandlung danach, wie weit die Gefäßerweiterungen fortgeschritten sind. Hämorrhoiden werden in vier Grade unterteilt: Beim ersten Grad und damit der leichtesten Form von Hämorrhoiden ist das Gefäßpolster leicht geschwollen. Häufig verursachen die Hämorrhoiden in diesem Stadium nur geringe Beschwerden. Beim zweiten Schweregrad sind die Gefäße bereits so stark vergrößert, dass sie während des Pressens beim Toilettengang aus dem After hervortreten. Sie gleiten aber direkt von selbst wieder in den Körper zurück. Beim dritten Grad treten die Hämorrhoiden aus dem After aus, ziehen sich aber nicht von allein wieder zurück. Im Gegensatz zum vierten Grad lassen sie sich aber noch mit dem Finger zurückschieben. Das ist bei Hämorrhoiden des Grades vier nicht mehr möglich. Grad drei und vier müssen in der Regel operativ versorgt werden. Dabei entfernen Ärzte die Hämorrhoiden chirurgisch. Grad eins und zwei hingegen lassen sich in der Regel ohne Operation behandeln. Auch darum lohnt es sich, die eigene Scham zu überwinden und mit Beschwerden frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.

Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades lassen sich ambulant mit einer Sklerosierungstherapie, auch bekannt unter dem Begriff „Veröden“, entfernen. Diese Behandlung führen wir auch hier im Hautarztzentrum durch. Wir spritzen dabei eine spezielle Flüssigkeit in das vergrößerte Gewebe. Es stirbt in der Folge ab und das Gewebepolster verkleinert sich. Die Beschwerden verschwinden. Je nach Befund kann es nötig sein, die Behandlung ein- oder mehrmals zu wiederholen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Die gute Nachricht: Diese Behandlung ist absolut schmerzfrei.

Hämorrhoiden behandeln beim Hautarzt in Kiel - InformationenWeitere Informationen zur Hämorrhoiden-Therapie (PDF-Dokument)

Vorbeugen: Bewegung und Ballaststoffe

Durch einen gesunden Lebensstil können Sie Hämorrhoiden effektiv vorbeugen. Dazu gehört zum Beispiel ausreichend Bewegung. Denn bewegt sich der Körper, aktiviert das auch den Darm. Sitzen hingegen erhöht den Druck auf die Gefäße im Analbereich noch zusätzlich. Neben der Bewegung spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Über sie können wir beeinflussen, ob der Stuhl eher weich oder hart ist. Zu wenig Flüssigkeit führt beispielsweise dazu, dass sich der Stuhl verfestigt. Dann erfordert der Toilettengang kräftiges Pressen, was wiederum die Bildung von Hämorrhoiden fördert. Auch eine ballaststoffreiche Ernährung trägt dazu bei, dass der Darminhalt schön weich bleibt. Ballaststoffe stecken in frischem Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten. Der Körper kann sie nicht verdauen, sie dienen aber im Darm dazu, Flüssigkeit zu binden. Das regt die Darmtätigkeit an, beugt Verstopfungen vor und ermöglicht eine regelmäßige Darmentleerung ohne starkes Pressen.

Beim Toilettengang sollten Sie zudem auf Ihren Körper hören. Gehen Sie, wenn Sie müssen, aber versuchen Sie nichts zu erzwingen. Greifen Sie bei Verstopfung lieber zu natürlichen Helfern wie Leinsamen oder Flohsamenschalen. Manchmal hilft schon ein Glas lauwarmes Wasser am Morgen auf nüchternen Magen. Vermeiden Sie Hektik auf der Toilette, die Sie zu starkem Pressen verleitet. Verzichten Sie aber auch auf lange Sitzungen. Diese üben nur unnötig Druck auf die Hämorrhoiden aus.

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