Tätowierungen – mit Laserlicht gegen den Körperschmuck

Liebesschwüre an schon längst Verflossene, der Pegasus vor dem schillernden Regenbogen, das Brandenburger Tor: Die Tätowierungen, die so manche Arme, Beine und Körper zieren, waren in der ersten Begeisterung für die Ewigkeit gedacht. Doch nach ein paar Jahren stören die Kunstwerke nur noch. Wie wird man Tattoos wieder los? In jedem Fall lohnt sich ein Besuch beim Hautarzt. Denn in den meisten Fällen kann dieser die Farbpigmente mit dem Laser aus der Haut entfernen.

Behandlung: Laser zersprengt Farbpartikel

Das Prinzip dabei: Der Laser sendet Lichtimpulse von wenigen Milliardstel Sekunden aus. Diese dringen in die Haut ein und erhitzen dort die Farbpartikel, was diese zersprengt. Die übrig gebliebenen winzigen Pigment-Einzelteile baut die Haut dann ab.

Vor der Behandlung:

@Hautarztzentrum Kiel

Nach der Behandlung:

@Hautarztzentrum Kiel

Lasern nach Farben
Je nachdem, aus welchen Farben das lästig gewordene Tattoo besteht, greifen Dermatologen zu verschiedenen Lasern. Denn die Pigmente springen unterschiedlich gut auf die verschiedenen Wellenlängen des Lichts an.

  • Für Tattoos grüner Farbe eignet sich der Rubinlaser, der Licht der Komplementärfarbe – Rot – abgibt.
  • Bei rotem, braunem oder auch blauem Farbstoff greifen Ärzte zum Neodym-YAG-Laser, dessen Licht in einem nicht sichtbaren, infraroten Bereich liegt.
  • Bei schwarzen Tattoos kommen sowohl der Neodym-YAG-Laser als auch der Rubinlaser zum Einsatz. Hier funktioniert das Lasern in der Regel am besten: Schwarze Pigmente lassen sich ebenso wie blaue am einfachsten aus der Haut lösen.

Bei manchen Farben ist das Entfernen aber auch schwieriger:

  • Weiße und orangene Farben nehmen das Laserlicht kaum auf, sondern reflektieren es. Hautärzte greifen daher in dem Fall zum Erbium YAG Laser, der nicht darauf abzielt, die Pigmente zu zersprengen, sondern die Hautoberfläche abträgt.
  • Besonders hartnäckig sind Tätowierungen, deren Farben Eisenoxid oder Titanoxid beigemischt ist, damit sie auf der Haut besonders leuchten. Trifft Laserlicht auf diese Tattoos, besteht die Gefahr, dass sie nicht verblassen sondern sogar dunkler werden. Daher testen Dermatologen hier zuerst an einer kleinen Stelle, ob die Behandlung überhaupt funktioniert.

Sechs bis zwölf Sitzungen
Da der Laser sehr zielgenau wirkt, wird die umliegende Haut bei der Behandlung nicht verletzt. Wenn die Laserimpulse auf die Haut treffen, ist das für Patienten leicht schmerzhaft – etwa so, wie wenn ein Gummiband auf die Haut schnipst. Wer schmerzempfindlich ist, kann daher vor der Behandlung eine betäubende Salbe erhalten. Auch direkt nach dem Lasern sind Nebenwirkungen möglich – allerdings sind diese in der Regel von kurzer Dauer: Die Haut kann etwas gerötet und geschwollen sein, oder eine feine Kruste kann sich bilden. Nach ein paar Tagen sind diese Beschwerden aber meist wieder verschwunden.

Generell gilt: Je weniger tief eine Tätowierung in der Haut liegt, und je weniger Farben sie enthält, desto leichter kann der Laser sie entfernen. Im Durchschnitt sind sechs bis zwölf Behandlungen nötig, bis ein Tattoo verschwunden oder zumindest deutlich verblasst ist. Auch seine Größe ist dabei natürlich entscheidend. Zwischen den einzelnen Sitzungen sollten jeweils sechs bis acht Wochen verstreichen, damit der Körper genügend Zeit hat, die zerstörten Pigmente abzubauen.

Vorsicht vor der Sonne
Während der gesamten Behandlungszeit ist wichtig, die betroffenen Stellen nicht der Sonne auszusetzen, da sich sonst leicht Pigmentflecke bilden könnten. Auch sollte die Haut möglichst wenig gebräunt sein. Denn wenn sich bereits viel eigener Farbstoff in der Haut befindet, könnte das Laserlicht unter Umständen natürliche Pigmente mit zerstören – und wo einst ein schwarzer Skorpion zu sehen war, könnte dann plötzlich eine helle Silhouette desselben prangen.

To-dos bei Tattoos – Ihrer Gesundheit zuliebe

Die verschiedenen Laser ersparen es also vielen Menschen, sich noch im Seniorenalter über ihre Jugendsünden zu ärgern. Trotzdem sollte der Gang zum Tätowierer gut überlegt sein. Wenn Sie überlegen, sich Tattoos stechen zu lassen, denken Sie Ihrer Gesundheit zuliebe an diese Punkte:

  • Gehen Sie sicher, dass Ihr Tätowierer nur Farben verwendet, die ein Prüfzertifikat tragen und damit der deutschen Tätowiermittel-Verordnung entsprechen. In Tätowierfarben wurden nämlich auch schon giftige Schwermetalle oder sogar vermutlich krebserregende Substanzen gefunden.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Tätowierer hygienische Standards einhält. Lassen Sie sich auf keinen Fall „mal schnell“ auf Basaren im Ausland tätowieren. Im schlimmsten Fall nehmen Sie dann neben dem neuen Kunstwerk eine Hepatitis- oder HIV-Infektion mit nach Hause. Außerdem verursacht das in orientalischen Ländern gern verwendete Henna besonders oft Allergien.
  • Ihr Tätowierer sollte Sie auf jeden Fall noch vor dem ersten Einstich ausführlich über mögliche Komplikationen und Risiken informieren. Tut er das nicht, spricht das nicht für seine Seriosität.
  • Verzichten Sie in diesen Fällen ganz auf Tätowierungen: Sie sind schwanger, leiden unter Herzerkrankungen, Diabetes oder Blutgerinnungsstörungen – oder Sie neigen zu Allergien, Ekzemen und offenen Wunden. Da es bei Tattoos immer zu Infektionen kommen kann, sollten Sie sich auch nicht tätowieren lassen, wenn Sie Antibiotika oder immunschwächende Medikamente einnehmen.
  • Seien Sie sich bewusst: Ein Risiko sind Tätowierungen immer. Denn die Farbe bleibt nicht zwangsläufig dort, wo man sie haben möchte. Über die Lymphflüssigkeit können die Pigmente in den ganzen Körper wandern. In einer Studie der Universität Baltimore haben Forscher so zum Beispiel das Auftreten von Uveitis, einer Entzündung im Augeninneren, die zum Erblinden führen kann, mit Tätowierfarbe in Verbindung gebracht. Und in einer Studie der Universität Regensburg klagten etwa sechs Prozent der Tätowierten über bleibende gesundheitliche Probleme wie Entzündungen, hohe Lichtempfindlichkeit, Knötchen und allergische Reaktionen.
  • Und schließlich: Lassen Sie sich beim Tätowieren immer gleich die genaue Bezeichnung der Farbe mitgeben. Das ist für Ärzte eine große Hilfe, sollten Sie Ihr Kunstwerk später doch wieder entfernen lassen wollen.

Behandlung mit dem Rubinlaser und dem Neodym-YAG-Laser beim Hautarzt in Kiel - InformationenInformationen zur Behandlung mit dem Rubinlaser und dem Neodym-Laser (PDF-Dokument)

Laser-Behandlung bei Ärzte-Workshops: Werden Sie Proband!

Wenn Sie Interesse an einer Behandlung mit Lasern haben, können Sie sich auch als Proband bei einem der Ärzte-Workshops der Kiel Medical Academy anmelden. Sie erhalten hier weitere Informationen zu den Behandlungen, dem Ablauf, Terminen und Preisen.

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