Warzen – manchmal schmerzhaft, meistens harmlos

Warze, das ist ein hässliches Wort – wir denken dabei sofort an Hexen und große braune Wucherungen im Gesicht. Doch die meisten Warzen kommen eher an Fingern und Füßen vor, sind oft weißlich oder transparent und deutlich weniger auffällig. Stören können sie trotzdem: Zum Beispiel, weil sie dennoch unästhetisch sind, weil wir sie ständig zwischen den Fingern spüren oder weil sie unter dem Fuß Schmerzen verursachen.

Sie lösen oft Druckschmerzen an den Fußsohlen aus, werden aber selten gefährlich. Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die in der Regel auf eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) zurückgehen. Am häufigsten kommen sie an den Fußsohlen, an den Fingern und im Gesicht vor, können aber, je nach Warzentyp, alle Körperregionen betreffen.

Bildnachweis: Sabine Meyer/pixelio.de

Warzen durch Badeschlappen vorbeugen
Wir können Warzen vermeiden, indem wir selbst unser Ansteckungsrisiko mit HPV senken. Häufig gelangen die Viren vom Boden in Schwimmbädern, Saunen und Umkleidekabinen an die Fußsohlen. Davor schützen ganz normale Badeschlappen. Eine Impfung gibt es derzeit nur gegen einen bestimmten Typ von HPV. Diese speziellen Erreger lösen im Genitalbereich Feigwarzen aus und können Gebärmutterhalskrebs begünstigen, weshalb das Robert Koch-Institut eine Impfung für Mädchen zwischen neun und 14 Jahren empfiehlt.

Behandlung mit Tinkturen, Vereisung und Laser
Ein gesundes Immunsystem wird üblicherweise mit den Warzen fertig und lässt sie nach einiger Zeit verschwinden. Da andere Menschen sich mit den HPV anstecken können, ist es oft dennoch ratsam, die Warzen zu behandeln. Betroffene können zum Beispiel Pflaster und Lösungen mit Salicyläure auftragen, welche die Wucherungen aufweichen. Ärzte können Warzen zudem mit einer Kryotherapie vereisen oder mithilfe einer Laserbehandlung entfernen.

Ursachen

Humane Papillomviren (HPV) können direkt von Mensch zu Mensch wandern, zum Beispiel bei einem Handschlag. Sie verbleiben auch auf dem Boden von öffentlichen Duschen und Umkleidekabinen und befallen von dort aus häufig die Unterseite von Zehen und Fersen. Gelangen sie auf die Haut, versuchen sie, sich zum Beispiel durch kleine Risse ihren Weg ins Innere des Körpers zu suchen. Gelingt ihnen das, siedeln sie sich in der obersten Hautschicht an, verändern die Zellen, wodurch Hautwucherungen – also Warzen – wachsen.

Verschiedene Arten von HP-Viren verursachen unterschiedliche Typen von Warzen. Feigwarzen zum Beispiel betreffen den Genital- und Analbereich und werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Für Dellwarzen, die vor allem im Gesicht und an besonders trockener Haut auftreten, ist wiederum ganz anderer Erreger verantwortlich, ein Pockenvirus.

Geschwächtes Immunsystem macht Warzen-Infektion wahrscheinlicher
Allerdings bekämpft das Immunsystem der meisten Menschen die Viren, bevor Warzen überhaupt entstehen. Das Risiko steigt, wenn die Abwehrkräfte durch Krankheiten oder auch durch hohes Alter geschwächt sind. Auch Kinder und Jugendliche sind anfällig, weil ihr Immunsystem die Erreger noch nicht kennt und noch nicht so effektiv abwehren kann. Bestimmte Hautkrankheiten wie Neurodermitis machen eine Warzen-Infektion zudem wahrscheinlicher.

Alterswarzen treten ohne Infektion auf
Eine weitere Ausnahme stellen Alterswarzen dar. Sie werden nicht von Viren ausgelöst. Stattdessen entwickeln sie sich meist aus sogenannten Altersflecken. Auslöser sind vermutlich langjährige Belastung mit UV-Strahlen sowie schlichtweg das Alter – die Hautwucherungen treten in der Regel ab dem 50. Lebensjahr auf.

Typen von Viren / Symptome

Mediziner kennen heute mehr als 100 verschiedene Typen von humanen Papillomviren (HPV). Verschiedene Gruppen von Erregern lösen auch jeweils andere Arten von Warzen aus, die sich auf unterschiedliche Weise äußern. Hier einige der gängigen Typen:

Stachelwarzen: Sie sind die häufigste Art, weshalb sie auch vulgäre oder gewöhnliche Warzen heißen. Meist treten sie im Gesicht oder an den Fingern auf. Anfangs sind Stachelwarzen sehr klein und hart, später werden sie zu erbsengroßen Wucherungen mit einer rauen Oberfläche.

Dornwarzen: Dieser Warzen-Typ kommt ausschließlich an den Fußsohlen vor, meist unter den Zehen oder der Ferse. Weil so viel Gewicht auf den Füßen liegt, drückt es die Wucherungen tief in die Haut hinein – als würde ein Dorn im Fuß stecken. Erreichen sie eine bestimmte Größe, kann das beim Gehen zu erheblichen Schmerzen führen.

Flachwarzen: Die sogenannten planen Warzen treten bei Kindern und Jugendlichen auf, meist in Gruppen. Die hell- bis dunkelbraunen, flachen Wucherungen befinden sich häufig im Gesicht, am Hals und an den Händen. Sie verursachen in der Regel keinerlei Schmerzen und stören höchstens durch ihr Aussehen. Nach einiger Zeit verschwinden sie von alleine wieder.

Feigwarzen: Diese kleinen, rötlichen bis bräunlichen Knötchen bilden sich meist in Gruppen – sogenannten Warzen-Beeten – auf den Schleimhäuten im Genital- und Analbereich. Schmerzen lösen sie üblicherweise nicht aus, können aber Juckreiz verursachen.

Folgende Hautveränderungen nennt der Volksmund Warzen, auch wenn sie es im eigentlichen Sinne gar nicht sind – weil sie nicht auf eine Virus-Infektion zurückgehen:

Alterswarzen: Sie kommen ab dem 30. Lebensjahr vor. Die grau-braunen bis schwarzen zerklüfteten Wucherungen sind rundlich und können so groß wie Linsen oder Bohnen werden. Am häufigsten treten sie im Gesicht, auf dem Rücken und auf der Brust auf. Im Gegensatz zu anderen Warzen-Arten sind sie nicht ansteckend.

Stielwarzen: Diese Fibrome sind eigentlich keine Warzen. Ihnen liegt keine Virus-Infektion zugrunde. Es handelt sich um kleine hautfarbene Hautanhängsel mit Stiel, die meist am Hals, an den Achseln und im Lendenbereich vorkommen.

Dellwarzen: Diese Knötchen sind hautfarben bis transparent, werden in etwa so groß wie der Kopf einer Stecknadel und haben eine glatte Oberfläche. Aus einer Delle in ihrer Mitte tritt eine weiße Flüssigkeit aus. Diese Flüssigkeit ist ansteckend – sie enthält Pocken-Viren, die die Dellwarzen auslösen. Kinder bekommen sie häufig im Gesicht, am Hals und an den Armen. Bei Erwachsenen ist meist der Genitalbereich betroffen.

Diagnose

Ob eine Hautveränderung eine Warze ist, erkennen Ärzte meist bereits durch Betrachten und Abtasten. Wie sie aussieht und an welcher Körperstelle sie sich befindet, gibt außerdem Aufschluss darüber, ob es sich zum Beispiel um Stachelwarzen, Dornwarzen oder Feigwarzen handelt. Das genügt in der Regel, um eine Behandlung einzuleiten und Tipps zum Umgang mit der Warze zu geben.

Nähere Diagnose durch Mikroskop und Laborbefund
In einigen Fällen kann es aber wichtig sein, sicherzugehen, dass es sich bei den Wucherungen nicht zum Beispiel um Hautkrebs handelt. Ärzte verwenden dann unter anderem ein Auflichtmikroskop, um die Hautpartie vergrößert und unter besserer Beleuchtung einsehen zu können. Schafft auch das keine Klarheit, können sie eine Biopsie durchführen. Das bedeutet, sie nehmen unter örtlicher Betäubung eine kleine Gewebeprobe aus der Wucherung. Im Labor zeigt sich dann, ob es sich um eine Warze handelt.

Therapie

Warzen verschwinden meist nach einiger Zeit wieder und lösen in der Zwischenzeit keine Beschwerden aus. Doch manchmal kommt es zu Schmerzen oder Juckreiz. In anderen Fällen ist es sinnvoll, die Ansteckungsgefahr zu beheben. Und manche Menschen stört einfach das Aussehen der Wucherungen. Für alle Fälle gilt: Warzen lassen sich auf verschiedene Arten ziemlich gut entfernen.

Therapie mit Säure
Bestimmte Säuren, zum Beispiel Salizylsäure und Milchsäure, setzen der Hornschicht der Warzen zu und lösen sie auf. Betroffene erhalten sie in Form von Lösungen, Cremes und Pflastern in der Apotheke. Sie müssen die säurehaltigen Präparate dann meist über einige Wochen hinweg anwenden. Sind die Warzen aufgeweicht, können sie sie mit einer Feile oder einem Hornhauthobel vorsichtig entfernen.

Kryotherapie: Warzen vereisen
Andere Methoden sind Ärzten, meist Dermatologen, vorbehalten. Bei der sogenannten Kryotherapie wenden sie flüssigen Stickstoff an, um die Warzen zu vereisen. Die extreme Kälte zerstört das Gewebe der Warze, die dann nach einigen Tagen abfällt. In der Regel müssen Ärzte die Behandlung aber in mehreren Sitzungen wiederholen, damit sie wirksam ist.

Laserbehandlung
Ein Laser arbeitet mit der gegenteiligen Wirkung der Kryotherapie, mit extremer Hitze. Lichtstrahlen mit großer Energie treffen dabei in kurzen Impulsen auf die Haut. Das dortige Gewebe absorbiert sie und wird zerstört. Ärzte können einen Laser mit ganz bestimmter Wellenlänge wählen, damit die Strahlen nur vom Warzengewebe absorbiert werden und die umliegende Haut verschonen. Das ist auch üblicherweise eine gute Methode, um sicherzugehen, dass nicht einige der Erreger überleben und die Warzen bald wiederkommen. Eine Laserbehandlung ist aber nicht bei allen Erscheinungsformen sinnvoll, Flachwarzen zum Beispiel lassen sich damit nicht so gut behandeln, Alterswarzen hingegen sehr gut.

Behandlungsbeispiel: Warzenentfernung mit Laser

Vor der Behandlung:

Warze am Fuß vor einer Laser-Behandlung

@Hautarztzentrum Kiel

Nach der Behandlung:

Warze am Fuß nach einer Laser-Behandlung

@Hautarztzentrum Kiel

Laser-Kombinations-Therapie beim Hautarzt in Kiel - InformationenInformationen zur Kombinations-Behandlung mit Lasern (PDF-Dokument)
Behandlung mit dem Erbium-Laser beim Hautarzt in Kiel - InformationenInformationen zur Behandlung mit dem Erbium-Laser (PDF-Dokument)
Behandlung mit dem Neodym-YAG-Laser beim Hautarzt in Kiel - InformationenInformationen zur Behandlung mit dem Neodym-Laser (PDF-Dokument)
Behandlung mit Farbstoff-Laser beim Hautarzt in Kiel - InformationenInformationen zur Behandlung mit Farbstoff-Laser (PDF-Dokument)

Chirurgische Eingriffe zur Entfernung von Warzen sind heute selten. Ärzte schneiden die Wucherungen nur noch heraus, wenn Warzen extrem belastend sind und sich nicht anders behandeln lassen.

Hinweis: Wenn Sie nicht sicher sind, welche Methode geeignet ist, um eine Warze zu behandeln, sprechen Sie mit einem Arzt oder Apotheker. Auch wir im Hautarztzentrum Kiel beraten Sie gerne zu den Behandlungsmöglichkeiten.

Vorbeugen

Allen Warzenarten, die durch Viren ausgelöst werden, lässt sich vorbeugen. Das funktioniert zum einen, indem wir unser Immunsystem aufpäppeln und so dem Körper helfen, die Erreger abzuwehren. Dafür gelten beispielsweise ausreichend Bewegung an der frischen Luft sowie eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung als förderlich.

Den Erregern aus dem Weg gehen
Zum anderen können wir dafür sorgen, dass wir nicht mit den Viren in Berührung kommen. Häufig verbreiten sie sich über den Boden von Schwimmbädern, Saunen und Umkleidekabinen von Fuß zu Fuß. Davor schützen Badeschuhe. Hat in einem Haushalt jemand Warzen, sollte er all seine Handtücher und, wenn möglich, auch Kleidung, die die Warzen direkt berührt, bei mindestens 60 Grad waschen. Warzen können sich natürlich auch über den Körper eines Menschen hinweg ausbreiten. Deshalb sollten Betroffene es vermeiden, an den Wucherungen zu kratzen und so mit den Fingern die Viren zu verteilen.

Mädchen gegen Feigwarzen impfen
Gegen bestimmte Varianten der humanen Papillomviren (HPV) gibt es außerdem eine Impfung. Sie schützt vor jenen HPV, die bei Frauen einen Gebärmutterhalskrebs wahrscheinlicher machen. Nebenbei wehrt die Impfung Feigwarzen ab. Die deutsche Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt zurzeit Mädchen zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr, die HPV-Impfung durchführen zu lassen. Die Kosten dafür übernehmen dann die Krankenkassen. Die STIKO rät dazu, die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr anzusetzen.

Als Risikofaktoren, die eine Warzen-Infektion wahrscheinlicher machen, gelten außerdem:

  • Rauchen
  • Stress und psychische Belastung
  • starkes Schwitzen (Hyperhidrose)
  • angegriffene Haut, zum Beispiel durch Neurodermitis
  • nasse, aufgeweichte Haut, zum Beispiel nach dem Baden
  • trockene, empfindliche und zu oft gewaschene Haut

Laser-Behandlung bei Ärzte-Workshops: Werden Sie Proband!

Wenn Sie Interesse an einer Behandlung mit Lasern haben, können Sie sich auch als Proband bei einem der Ärzte-Workshops der Kiel Medical Academy anmelden. Sie erhalten hier weitere Informationen zu den Behandlungen, dem Ablauf, Terminen und Preisen.

Teilen Sie diese Informationen...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInShare on TumblrEmail this to someonePrint this page