Eine gute Fußpflege sollte für jeden Diabetiker zum Alltag gehören. Denn bedingt durch die Zuckerkrankheit können schnell Wunden entstehen, die häufig unbemerkt bleiben. Dann sind Hautinfektionen die Folge. Hautärzte geben Tipps und Hilfestellung für eine ideale Hautpflege – vorbeugend und in akuten Fällen.

Über sieben Millionen Bundesbürger leiden laut des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) an Diabetes mellitus. „In etwa 70 Prozent der Fälle plagen die Patienten mäßige bis schwere Hautprobleme, die im Verlauf der Erkrankung entstehen“, berichtet Dr. Johannes Müller-Steinmann, Dermatologe und ärztlicher Direktor des Hautarztzentrums Kiel.

Der erhöhte Blutzuckerspiegel beeinträchtigt die Barrierefunktion der Haut und die immunologische Abwehr von Krankheitserregern. Das hat zur Folge, dass die Blutgefäße geschädigt und die Haut schlechter versorgt werden. In einigen Fällen ist sogar die Wahrnehmung der hauteigenen Nervenenden gestört. Dann bemerken Diabetiker Druckstellen und kleine Verletzungen, gerade an den Füßen, häufig zu spät. „Dass der Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist, ist daher sehr wichtig für eine gesunde Haut“, rät Müller-Steinmann. Wenn die Haut trocken ist und juckt, ist ein Besuch beim Hautarzt immer sinnvoll.

Generell gilt: Nicht kratzen, wenn es juckt. Mit konsequenter Pflege können Patienten unangenehmen Hautinfektionen vorbeugen. Vorsicht: Bereits aufgekratzte Hautstellen können sich besonders schnell mit Bakterien infizieren und entzünden. Dann ist ebenfalls der Hautarzt gefragt. „Kontrollieren Sie täglich Ihre Haut auf offene Stellen und meiden Sie zu enge Schuhe sowie Druck auf die kritischen Hautareale. Gerade die Unterschenkel und die Fußsohlen sind anfällig“, so Müller-Steinmann. Wer seiner Haut also besondere Aufmerksamkeit schenkt, kann sich im Sommer in kurzer Hose und Sandalen sehen lassen.

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