Rissige Haut an den Füßen und schmerzhafte Schrunden können erhebliche Beschwerden machen. Deshalb den Füßen gerade jetzt im Winter vorsorglich eine Extraportion Pflege gönnen! Sind bereits tiefe Rhagaden entstanden, ist ein Gang zum Hautarzt angesagt.

Gesunde Haut ist elastisch, geschmeidig und belastbar. Unsere Füße tragen jedoch unser gesamtes Körpergewicht – eine erhebliche Belastung auch für die Haut, nicht selten noch erschwert durch Übergewicht sowie enges oder schweißtreibendes Schuhwerk.

Vor allem an Fußrand und Ferse bildet sich oft vermehrt schützende Hornhaut. Ist die Haut dann – wie jetzt im Winter – sehr trocken, verliert sie an Geschmeidigkeit. Die Hornhaut kann platzen und rissig werden. „Schrunden – auch als Rhagaden bezeichnet – können nicht nur die unbelebte Hornschicht betreffen, die spaltenförmigen Einrisse können bis in tiefere Hautschichten reichen“, erklärt Dr. Anne Hundgeburth, Hautärztin in Köln. Das kann zu erheblichen Schmerzen führen, Infektionen der geschädigten Haut können hinzu kommen.

„Solche Probleme treten oft gerade dann auf, wenn die richtige Pflege der Füße vernachlässigt wird“, berichtet Dr. Hundgeburth. Fehlen natürliche Feuchthaltefaktoren wie Hyaluronsäure, verliert die Haut vermehrt Feuchtigkeit. Zusätzlich strapaziert Fußschweiß, der nicht abdunsten kann, die Haut. Die Hornschicht wird trocken, spröde und rissig.

Risse und Schrunden bilden sich vor allem an stark verdickter Hornhaut und Schwielen, wie sie beispielsweise an Druckstellen bei schlecht sitzenden Schuhen oder Fehlstellungen der Füße entstehen. Übermäßige Verhornungen, sogenannte Hyperkeratosen, können auch erblich bedingt sein.

Spröde, rissige Haut an den Füßen findet sich oft bei älteren Menschen, deren Haut ohnehin zum Austrocknen neigt. Risikofaktoren sind zudem Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, die zu einer Minderversorgung der obersten Hautschichten führen, sowie ein Zinkmangel. Hautrisse können auch bei Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis auftreten, ebenso bei Pilzinfektionen der Haut.

Um rissiger Haut vorzubeugen, empfiehlt Dr. Hundgeburth eine Extraportion Pflege: Zur Reinigung milde, rückfettende Produkte verwenden und die Füße zweimal täglich großzügig eincremen, am besten mit Produkten, die Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff, Ammoniumlactat oder Glycerin enthalten. Fettsalben dichten die Haut zu stark ab, so dass Schweiß nicht ausreichend verdunsten kann.

Ein Fruchtsäurepeeling kann übermäßig haftende Hornzellen auf der Haut lockern, die Abschilferung unterstützen, den Hautstoffwechsel ankurbeln und die Feuchtigkeitsspeicherung verbessern.

Spätestens wenn sich Hautrisse zeigen, rät Dr. Hundgeburth zu einer dermatologischen Fußtherapie. Wer selbst versucht, stark verdickte und rissige Hornhaut zu entfernen, riskiert Verletzungen und Infektionen, vor allem Diabetiker sollten hier vorsichtig sein.

In der Hautarztpraxis kann übermäßig verdickte Hornhaut fachgerecht abgetragen werden. Wohltuend ist ein rückfettendes Fußbad, anschließend Füße gut eincremen. Schmerzhafte Rhagaden werden mit einer Wundsalbe behandelt. Der Fuß sollte bis zur Abheilung entlastet werden.

„Hat sich rissige Haut entzündet, kommt es zu brennenden Rötungen oder schmerzhaften Schwellungen, unbedingt einen Hautarzt aufsuchen!“, betont Dr. Hundgeburth. Bakterielle Infektionen wie Furunkel oder Wundrose sollten schnellstmöglich mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Selbstverständlich müssen auch mögliche Ursachen wie Fußpilz oder orthopädische Probleme behandelt werden, damit es nicht immer wieder zu schmerzhaften Rhagaden kommt, ergänzt die Dermatologin.

Quelle: BVDD

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