Hautärzte haben bei der Euro-Melanomawoche 2011 in Deutschland ein wachsendes Interesse bei jüngeren Leute unter 35 Jahre verzeichnet, die vielfach noch keinen Anspruch auf ein Hautkrebsscreening zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung haben. Das ist ein Ergebnis einer Stichprobenauswertung von 1817 Untersuchungsbögen. Bei nahezu jedem fünften Untersuchten wurde ein Verdacht auf Hautkrebs festgestellt.

Die untersuchenden Hautärztinnen und Hautärzte stellten in 74 Fällen die Verdachtsdiagnose malignes Melanom, bei 78 Untersuchten besteht Verdacht auf ein Basaliom, bei weiteren 30 auf ein Spinaliom. In weiteren zehn Prozent stellten sie weitere, klinisch nicht näher definierte hautkrebsverdächtige Hautveränderungen fest. Besorgniserregend war auch die hohe Zahl von aktinischen Keratosen, eine gut sichtbare flächige Hautveränderung auf den der Sonne ausgesetzten Arealen der Haut, aus denen sich häufig heller Hautkrebs entwickelt.

Einmal mehr erwiesen sich Frauen deutlich vorsorgefreudiger als Männer: mit 62,8 % zu 37,2 % waren die Teilnehmerinnen klar in der Mehrheit. Mehr als die Hälfte der Gescreenten kam zum ersten Mal (55,31%). Der Anteil der Untersuchten im Alter von unter 35 Jahren stieg von 2010 zu 2011 um knapp sieben Prozent. Diese Altersgruppe kann nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen bislang noch nicht das Hautkrebsscreenings als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Eine Reihe von Krankenkassen bietet für Sie allerdings heute bereits die Hautkrebsfrüherkennungsuntersuchung als kostenlose Zusatzleistung an.

Die Beweggründe für die Teilnahme an der bundesweiten Aktion waren vielschichtig: an der Spitze stand der Wunsch nach einer Routinekontrolle (1324 Nennungen), gefolgt von der Häufigkeit der Muttermale am eigenen Körper (729), 233 mal gaben neu veränderte oder auch verdächtig erscheinende Muttermale den Ausschlag zur Vorsorgeuntersuchung in der Euro-Melanomawoche gefolgt von einer Hautkrebsdiagnose bei nahen Angehörigen oder Freunden (184) oder auch einer vorherigen eigenen Hautkrebsdiagnose in der Vergangenheit (168) Gesundheitsbewußt erweist sich eine große Mehrheit der Befragten: nahezu jeder Vierte (23,44%) verzichtet ganz auf Sonnenbäder, nahezu jeder Dritte cremt sich ein, wenn er sich länger als eine Stunde im Freien aufhält (31,76%) , und beim Sonnenbaden verzichten immerhin heute schon zwei von drei Befragten nicht mehr auf den notwendigen UV-Schutz. Andererseits: selbst bei den vorsorgeinteressierten Teilnehmern der Euro-Melanomawoche 2011 gibt es noch immer einen harten Kern von knapp 7 Prozent (genau: 7,13%) der Befragten, die beim Sonnenbad ihre Haut ganz ungeschützt der UV-Strahlung aussetzen.

Quelle: BVDD

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