Das ABC der Pflegemittel

Wundermittel oder Mittel zum Wundern

Das Angebot an Cremes, Reinigungsmitteln und anderen Kosmetika ist unüberschaubar. Für jedes Problem hält die Kosmetikindustrie scheinbar das richtige Mittelchen parat. Und jedes Produkt verspricht wahre Wunder: Um mindestens zehn Jahre verjünge sich die Haut durch die Formel XYZ, heißt es, selbstverständlich hochwissenschaftlich bewiesen und dermatologisch getestet und noch so manches mehr. Alles natürlich zu einem stattlichen Preis. Spätestens in der Kosmetikabteilung, vor den überbordenden Regalen eines Kaufhauses voll bunter Packungen, kommt der Moment der Wahrheit: Wehe dem, der nicht weiß, was er will, was die eigene Haut braucht.

Glücklicher dagegen sind all die, die ihre Pflegeserie, ihre passenden Kosmetika gefunden haben. Ein Preisvergleich von Zeit zu Zeit lohnt sich dennoch.

Die große Vielfalt …

In den unzählbaren teuren Töpfchen, Tuben und Tiegeln findet sich eine immer wiederkehrende Palette von Basiszubereitungen. Diese Grundlagen sind einfach und übersichtlich, die vielen Kosmetika unterscheiden sich zumeist vorwiegend in D-Mark, Duft und Design. Die Präparate, die Sie für eine ausreichende Pflege wirklich benötigen, lassen sich nahezu an den Fingern einer Hand abzählen.

Das 1×1 von Pflege und Kosmetik:

  • eine Tagescreme
  • eine Nachtcreme
  • eine Reinigungslotion
  • gegebenenfalls ein Gesichtswasser
  • gegebenenfalls ein rückfettender Badezusatz

… auf einer Grundlage

Nahzu alle diese Zubereitungen basieren auf einer Zusammensetzung von Öl und Wasser. Diese beiden Stoffe lassen sich eigentlich nicht vermischen. Dennoch funktioniert es, wenn die Fett- oder Ölpartikel extrem fein im Wasser verteilt sind. Solch ein Gemisch heißt in der Fachsprache „Emulsion”.
Widerstrebend zu vereinen: Wasser und Öl

Wasser und Öl weisen einander eigentlich ab. Daß sie miteinander auskommen, läßt sich auf zwei Wegen erreichen: Sie werden derart fein miteinander verquirlt, daß sich die extrem kleinen Wasser- und Fetttröpfchen nicht mehr sofort trennen. Solch eine Mischung heißt „Emulsion”. Das gemeinsame Kennzeichen der Emulsionen ist das milchige Aussehen aufgrund der feinen Verteilung der Fetttröpfchen.

Damit diese Zwangsvereinigung dauerhaft Bestand hat, muß ein Vermittler helfen: ein Emulgator. Auf der Ebene der kleinen chemischen Bausteine, der Moleküle, kann sich ein Emulgator mit der einen Seite an Wasserteilchen und mit der anderen an Fett- oder Ölteilchen heften. Auf diese Weise führt der Emulgator die beiden widerspenstigen Partner in eine innige Verbindung.

Um die Haut zu pflegen, muß ein Präparat noch ein wenig mehr können, als nur Fett und Wasser beisammenzuhalten:

  • Es muß den leicht sauren Schutzmantel der Haut erhalten.
  • Es darf die Haut nicht reizen.
  • Eventuell nötige Konservierungsmittel und andere Zutaten dürfen keine Allergie auslösen.
  • Es muß seine Wirkstoffe an die Haut abgeben.
  • Es soll sich angenehm tragen: Duft, eventuell Farbe und das Material selbst müssen angenehm sein; es soll schnell in die Haut einziehen, statt sich lange fettig anzufühlen.
  • Es soll nicht glänzen, um der Schönheit keinen Abbruch zu tun.

Die Basis aller Produkte

Das Teure an Kosmetika

Damit eine Anzeige über die ganze Seite in einer großen Publikumszeitschrift oder einem Modemagazin erscheint, werden allemal Rechnungen über 100.000 Mark und mehr fällig. Dieses Geld muß natürlich wieder hereinkommen – und dafür gibt es nur einen Weg: über den Preis des Produktes. Die teuren Produkte werden in der Regel teurer beworben, müssen deshalb aber noch lange keine andere Rezeptur haben als preiswerte Präparate.

Die Basis: drei Rezepte

Die grundlegenden Rezepte der Kosmetika:

  • Salbe
  • Creme
  • Lotion
  • Gel

Die Salbe – für die Nacht, mit viel Fett für die Haut

Salbe ist eine Öl-in-Wasser-Emulsion, also ein stabiles Gemisch aus Wasser mit feinsten Fett- oder Öl-Tröpfchen – mit hohem Fettanteil. Aufgrund dieses Fettreichtums werden Salben gern als Nachtcreme verwendet. Sie kommen wie gerufen bei trockener Haut. Auf eher fettiger Haut sind sie dagegen fehl am Platze.

Die Creme – für den Tag

Cremes basieren ebenfalls auf einer Öl-in-Wasser-Emulsion, allerdings mit einem geringeren Fettanteil als eine Salbe. Je nach Hauttyp sollte der Fettgehalt nicht mehr als 30 bis 35 Prozent betragen. Eine Tagescreme wird oft vor dem Make-Up aufgetragen, denn sie hinterläßt – anders als eine Nachtcreme – keinen Fettglanz. Eine Tagescreme eignet sich insbesondere für normale und fettige Haut, denn durch ihren hohen Wasseranteil führt sie der Haut nur wenig Fett zu.

Die Lotion – wässrige Sache für fettige Haut

Lotion heißen die Kombinationen aus Öl und Wasser, die zum überwiegenden Teil aus Wasser bestehen. Eine Lotion umfaßt bis zu 95 Prozent Wasser, in dem lediglich rund fünf Prozent Öl oder Fett fein verteilt sind. Es ist eine Öl-in-Wasser-Emulsion.

Der hohe Wasseranteil bewirkt, daß die Lotion besonders schnell in die Haut einzieht. Weil außerdem viel Wasser verdunstet, kühlt sie zudem. Der Nachteil der Verdunstung: die Haut trocknet schneller aus. Deshalb gehören Lotionen allenfalls auf fettige Haut, nicht aber auf normale oder gar trockene Haut.

Das Gel – Klar, weil fettfrei

Anders als Salbe, Creme und Lotion enthält ein Gel kein Fett. Aus diesem Grund ist es als einziges Basismaterial klar. Die anderen drei sind Emulsionen, feinste Gemische von Öl und Wasser – und diese Gemenge zeigen immer die charakteristische milchige Trübung.

Da ein Gel kein Fett enthält, eigenet es sich allein für ohnehin fettige Haut. Normale oder gar trockene Haut mögen Gel gar nicht. Mit einer Ausnahme: Auf sonnenverbrannter Haut kühlt es ganz angenehm; doch wer ist heutzutage noch so unklug, sich die kostbare Haut von der Sonne verbrennen zu lassen?

Zugaben für die Schönheit

Verfeinerung für Lotionen, Cremes und Salben

Die Grundlagen selbst – Lotionen, Cremes und Salben – leisten viel für die Hautpflege. Darüber hinaus dienen sie als Träger für vielerlei Wirkstoffe. Es können hochspezielle pharmazeutische Produkte gegen Krankheiten sein oder aber kosmetische Wirkstoffe für die alltägliche Pflege.

Gängige Zutaten und Wirkstoffe für Kosmetika:

  • Eiweiße
  • Vitamine
  • Liposome
  • Kollagen
  • Elastin
  • Fruchtsäuren
  • placentare Wirkstoffe

Vitamine

Vitamin ist der Oberbegriff für lebensnotwendige chemische Substanzen, die der Körper braucht, aber nicht (oder nicht ganz) allein herstellen kann. Rund 13 Vitamin-Gruppen sind bekannt. Einige davon verwendet die Kosmetikindustrie als Zusatzstoffe.

Vitamin E – Das Frischhalte-Vitamin

Vitamin E kommt in Hefe, Getreidekeimlingen, Sojabohnen und in allen Keimölen vor. Es macht diese Produkte länger haltbar, weil insbesondere Fette dadurch nicht so schnell ranzig werden.

Aufgrund dieser Fähigkeit kommt Vitamin E immer wieder ins Gespräch als ein Wirkstoff, der angeblich den Alterungsprozeß der Haut verzögert. Das soll so funktionieren: Vitamin E nimmt freie Radikale (aggressive chemische Bauelemente) auf und gibt ihnen, was sie brauchen: eine chemische Bindung. Die freien Radikale lassen dann von ihrem zerstörerischen Vagabundenleben ab.

Dem Vitamin E werden noch weitere kosmetische Wirkungen zugeschrieben: So soll es

  • die Zellneubildung anregen
  • die Durchblutung fördern
  • generell Alterserscheinungen umkehren können.

Sollte auch nur ein Teil davon zutreffen, wäre Vitamin E ein wunderbarer Wirkstoff. Leider gibt es hier bisher lediglich Vermutungen und Wünsche, aber keine Klarheit.

Vitamin B – Heilende Kraft im Weizenkeim

Zu der Gruppe der Vitamine B gehört das D-Panthenol, eine klare, gallertartige Substanz. Sie findet sich vor allem in Weizenkeimlingen, Eiern, Gemüse und Hefe sowie in den Zellen des menschlichen Körpers. In geringem Maße vermag dieser Vitamin-B-Typ, das Zellwachstum zu beschleunigen und Feuchtigkeit in der Haut zu halten. Aus diesem Grund wird es in Arzneimitteln eingesetzt, die die Wundheilung fördern sollen. In der Kosmetik fügt man es zum Beispiel After-Sun-Lotionen und Lippenstiften hinzu. Ob die so umsorgte Haut dadurch anders ausschaut, weiß niemand.

Vitamin A – nicht zu verwechseln mit Vitamin-A-Säure

Um es vorweg zu nehmen: Auch große Portionen Karottensalat glätten die Haut nicht. Denn darin steckt lediglich eine Vorform des Vitamin A, das Provitamin A (Carotin). Das braucht der Körper, um daraus Vitamin A herzustellen. Auch in die Hautcreme gerührt, würde Carotin der Haut nicht nützen.

Vitamin-A-Säure für glattere Haut

Vor einigen Jahren wurde entdeckt, daß ein chemischer Verwandter des Vitamin A, die Vitamin-A-Säure, bei der Bekämpfung von Falten dienen kann. Das funktioniert so:

Gelangt der Wirkstoff Vitamin-A-Säure, kurz VAS genannt, auf die Haut, löst er die oberste Lage der Hornschicht ab und verdünnt sie so. Die Lederhaut dagegen wird nach einigen Wochen aufgrund der kontinuierlichen Reizung dicker und stärker, so daß die Haut sich im Ergebnis glätten kann.

Die Hornschicht normalisiert sich wieder, sobald sie nicht mehr mit VAS traktiert wird. Doch die Lederhaut behält ihre Kräftigung einige Monate, manchmal sogar Jahre bei. Die Falten lassen sich so zumindest ein wenig lindern und hinauszögern.

Faltenglätter nicht für den Hausgebrauch

VAS ist ein leistungsfähiger medizinischer Wirkstoff, der aber für die Antifalten-Behandlung nicht zugelassen ist.

Fruchtsäuren

Verwandt in der Wirkung: VAS und AHA

Fruchtsäuren (im Fachjargon mit dem englischen Kürzel AHA bezeichnet) sind ein Naturprodukt, enthalten in Zitronen, aber auch Äpfeln, Weintrauben und anderen wohlschmeckenden Produkten mehr. Gleichwohl würde sich die Haut von dieser schieren Säure angegriffen fühlen.

Wird AHA in einer sanften, verträglichen Konzentration in Kosmetika eingerührt, unterstützt diese Säure die Haut: Sie hilft der Hornschicht, mehr Wasser zu speichern. Dadurch sieht die Haut – solange die Wirkung anhält – ein wenig glatter und straffer aus.

Wenig AHA speichert Feuchtigkeit…

Präparate mit einem höheren AHA-Anteil bewirken noch mehr: Die Haut wird gereizt und als Abwehrreaktion verstärkt sich die Lederhaut – eine Wirkung vergleichbar der VAS. Dennoch ist auch AHA kein Wundermittel; vielmehr gilt es, sorgsam die jeweils beste Balance zu finden: Eine Creme mit geringer AHA-Konzentration glättet die Haut nicht. Eine Creme mit mehr AHA reizt und irritiert die Haut, die als Abwehrmaßnahme schließlich die Lederhaut ausbaut und verstärkt.

Viel AHA reizt und schädigt die Haut

Wer seine Haut mittels Säure kräftig reizt, bekommt zwar mit der Zeit eine schön robuste Lederhaut, doch der Schaden andernorts wäre hoch: aufgrund der Reizung treten Ekzeme und Kontaktallergien leichter auf. Zudem ist die Haut aufgrund der verdünnten Hornschicht für einige Tage empfindlich gegenüber Sonnenlicht und anderen Mißhelligkeiten mehr.

Fertige Cremetöpfchen enthalten darum lediglich geringe AHA-Konzentrationen, die jederman und jederfrau unbesorgt längere Zeit nutzen kann. Darüber hinaus werden Sets aus AHA-Cremes mit steigender Konzentration angeboten: Zu Anfang eine leichte Creme und alle zwei Wochen das nächste Töpfchen mit der etwas höher konzentrierten AHA-Zubereitung. So kann sich die Haut in drei, vier Schritten daran gewöhnen – oder zeigen, daß sie es gar nicht verträgt.

Liposome

Emulgatoren: vereinen Wasser und Öl

Wasser und Öl wollen eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Damit sie doch miteinander auskommen, muß ein besonderer Stoff helfen, der die vermengten feinen Wasser- und Öltröpfchen beisammenhält: ein Emulgator. Ein Emulgator-Baustein verfügt über zwei unterschiedliche Seiten: eine wasserfreundliche und eine fettfreundliche. Dank dieser zwei Seiten kann er je ein Wasserteilchen und ein Fetteilchen verbinden.

Emulgatoren gibt es viele; eine wichtige Gruppe dieser kleinen Helfer sind die Lecithine. Zu dieser Gruppe wiederum gehören die Liposome. Das besondere an den Liposomen: In ihrer Bauart ähneln sie den Wänden der Hautzellen.
Das Liposom: außen Fett, innen Wasser

Nach außen hin tragen die Kügelchen mit Namen Liposom eine „Fettphase”, eine Schicht, die gut Kontakt zu Fetten und fettlöslichen Stoffen bekommt. Nach innen ist die „Wasserphase” gerichtet: Dort kann das Liposom Wasser und wasserlösliche Stoffe halten.

In ihrer Konstruktion ähneln Liposome den Zellen der Haut. Aufgrund dieser Verwandtschaft, und da die Liposome im Vergleich zu den Zellen der Haut recht klein gebaut sind, können sie in die Haut eindringen. Den wasserlöslichen Wirkstoff, den sie in ihrem Inneren bergen, schleusen sie dank ihrer fettfreundlichen Oberfläche in die ebenfalls fettfreundliche, aber wasserabweisende Haut.

Liposome: kleine Brüder der großen Hautzellen

Wenn nun die Liposome angeheftete Vitamine transportieren, können sie theoretisch durch die Hornschicht zu den lebenden Zellen der Oberhaut durchdringen. Ob die dann diese Theorie auch merklich befolgen und sich außerplanmäßig versorgen lassen, ist noch nicht ausreichend geklärt.

Vitamin-A-Säure gegen Falten

Vitamin-A-Säure lindert Alterungserscheinungen…

Der Stoff, dessen Wirkung insbesondere auf sonnengeschädigte, aber auch auf natürlich gealterte Haut nachgewiesen wurde, heißt Vitamin-A-Säure, kurz: VAS.

Vorstufen zum Hautkrebs der lichtgeschädigten Haut lassen sich damit oft zum Verschwinden bringen. Gleichsam als Nebenwirkung können altersbedingte Pigmentflecken (Altersflecken), Altersmitesser und die kleineren Fältchen verschwinden. Denn die Vitamin-A-Säure läßt zwar die Hornschicht dünner werden, stärkt aber die Lederhaut. Im Ergebnis wird die Haut dicker und sieht deshalb glatter aus.

… ist aber dafür (noch) nicht zugelassen

Die Präparate mit Vitamin-A-Säure sind aber zur Zeit ausschließlich für die medizinische Therapie von Akne zugelassen, nicht jedoch zur Behandlung von Lichtschäden und Alterserscheinungen. Darum darf ein Hautarzt den Wirkstoff nicht zur Behandlung von Lichtschäden oder gar Altershaut verschreiben. Und da Vitamin-A-Säure-haltige Cremes verschreibungspflichtig sind, darf ein Apotheker sie nicht frei verkaufen.

Zukunftsmusik: medizinische Salbe für reife Haut

Grundsätzlich unterscheidet sich die Behandlung von Lichtschäden mit Vitamin-A-Säure-haltigen Cremes kaum von der Behandlung gegen Akne. Eine Schwierigkeit liegt zur Zeit noch darin, daß die verfügbaren Cremes eben auf die Behandlung der Akne zugeschnitten sind und eine entsprechend fettarme Grundlage haben. Sollten in einigen Jahren Vitamin-A-Säure-haltige Cremes zur Behandlung von Lichtschäden zugelassen sein, werden sie auch mit fettreicherer Grundlage für die eher trockene reife Haut angeboten. Ein Hautarzt könnte solch eine Creme bereits heute individuell rezeptieren. Insgesamt würde die Behandlung ein halbes oder auch ein Jahr dauern und könnte bei Bedarf wiederholt werden.

Eiweiße

Eiweiß: lebenswichtig, aber nicht in der Creme

Ohne Eiweiße (Proteine) gäbe es kein Leben hier auf der Erde. Diese Bausteine sind also grenzenlos wichtig. Nur nicht in der Creme: Die Haut läßt sich durch Eiweiß in Kosmetikartikeln nicht sonderlich beeindrucken. Auf die Haut aufgetragene Proteine (also körperfremde Eiweiße) können nicht in die Haut eindringen – zum Glück; denn sonst könnten auch Bakterien und andere kleine Feinde ungebremst eindringen.

Der einzige Vorteil: Eiweiße in Hautcremes stabilisieren den Wasserfilm der Haut und glätten sie so für einige Stunden. Aber das ist ja auch schon etwas.

Fruchtsäuren gegen Falten

Zitronensäure gegen Falten?

Auf der Suche nach Alternativen zu dem Wirkstoff VAS ist man in den Labors auf die Gruppe der Fruchtsäuren gestoßen. Die Fruchtsäuren stammen, wie der Name schon sagt, aus Früchten, zum Beispiel aus Zitronen, Weintrauben oder Äpfeln; werden aber auch synthetisch hergestellt. Profis nennen diese Säuren kurz AHA (abgeleitet vom englischen „Alpha Hydroxy Acids”, aber diese Langform braucht man sich nicht zu merken).

AHA-Creme hilft Wasserspeichern

Ob Cremes mit AHA wirklich dauerhaft Falten glätten, ist noch nicht geklärt. Fest steht: Fältchen werden vorübergehend gemildert, denn AHA’s bewirken, daß die Hornschicht der Haut mehr Wasser speichert und die Haut somit praller und glatter erscheint).

Die Wirkung von AHA ist für die Haut kein Kinderspiel: Ob und wie sehr die Säure sie irritiert, hängt von zwei Faktoren ab:

  • der Konzentration (wieviel Wirkstoff ist in einer Creme tatsächlich enthalten?)
  • der Art der Säure (wie sauer, wie aggressiv reagiert die Säure?)

AHA-Zubereitungen mit schwachem Säuretyp in mäßiger Konzentration verträgt die Haut in der Regel problemlos. Gleichwohl gilt es, die Warnungen auf der Packungsbeilage zu respektieren: Wenn die Creme zum Beispiel zu nahe an den Augen aufgetragen wird, kann die sensible Haut dort gereizt reagieren.

AHA-Effekt fürs Peeling

Salben mit höherer AHA-Konzentration dürfen lediglich speziell ausgebildete Kosmetikerinnen einsetzen; denn dann reicht die Wirkung über das Wasserspeichern in der Hornschicht hinaus: Als ein chemisches Peeling werden verhornte Hautschichten abgetragen und verstopfte Poren geöffnet. Auf Dauer angewandt, würde die Haut davon aber zu sehr strapaziert und gereizt. Deshalb darf solch ein chemisches Peelingmittel höchstens alle vier bis sechs Wochen auf die Haut.

Kollagen

Kann das eigene nicht ersetzen: fremdes Kollagen

Auch Kollagen ist ein Eiweiß, ein ganz wichtiges sogar: Als körpereigenes Material gibt es der Haut die Straffheit. Im Lauf der Zeit indes wandelt sich die Kollagenlage in der Haut:

  • Die Menge an Kollagen verringert sich
  • Das verbleibende Kollagen hat nicht die Güte wie in jungen Jahren.

Beides ist der Kosmetikindustrie natürlich ein Ansporn, der Haut von außen Kollagen zuzuführen. Hergestellt wird das Kollagen für Cremes und Lotions zumeist aus Rinderhaut. Ziel ist es, dieses fremde Kollagen mit der Creme in die Haut zu transportieren, damit es dort das natürliche Bindegewebe unterstützt und die Faltenbildung dämpft. Doch das funktioniert nicht, denn körperfremde Eiweiße können und dürfen nicht durch die Haut ins Innere gelangen.

Kollagen als Feuchtigkeitsspender

Doch Kollagen nützt der Haut dennoch, wenngleich auf andere Weise: Äußerlich aufgetragen, kann es Wasser binden und so den Feuchtigkeitsgehalt der Haut steigern.

Auf ganz andere Weise kann Kollagen unter die Haut gelangen: per Injektion. Der Auftrag lautet dann aber nicht, das körpereigene Kollagen zu ersetzen. Vielmehr kommt es darauf an, einfach nur die Haut an der Stelle, an der das Material eingespritzt wurde, ein wenig anzuheben. So läßt sich zum Beispiel der Faltenuntergrund anheben und so die Haut glätten.

Elastin

Keine Elastizität durch gekauftes Elastin

Auch Elastin zählt zu den Eiweißen, die der Körper selbst bildet. In der Haut sorgt es – der Name sagt es schon – für Elastizität.

Körperfremdes Elastin läßt sich zweifellos einer Pflegecreme beimengen. Es läßt sich auch auf die Haut auftragen. Doch in die Haut einzudringen, vermag es nicht. Daher ist Mißtrauen angebracht, wenn die Werbung frank und frei das Gegenteil verspricht. Der beste Rat lautet dann: Portemonnaie gut festhalten.

Placentare Wirkstoffe

Placenta: vor allem gut für Embryos

Verkauft wird, was Schönheit verspricht. Nun ist vor Jahren jemand auf die Idee gekommen, daß die Placenta, der Mutterkuchen, Frauenhaut verschönere. In industriellem Maßstab werden seither Extrakte aus Placenten gewonnen. Darin sind unter anderem Hormone, Kollagen, Spurenelemente, Vitamine, Enzyme und Eiweiße enthalten. In Cremes eingearbeitet, sollen diese Extrakte Wunder vollbringen, zum Beispiel:

  • die Haut verjüngen
  • die Durchblutung der Haut unterstützen
  • den Stoffwechsel der Hautzellen fördern

Das ist mit Sicherheit deutlich zu hoch gegriffen. Die Hormone in der plazentaren Masse, wie Östrogen und Gestagene, glätten geringfügig die Haut. Doch diese Hormone gibt es auch aus synthetischer Herstellung.

Häßliche Herstellung

Bereits ein Grund genügt, um auf placentare Wirkstoffe zu verzichten. Häufig werden schwangere Muttertiere mitsamt den Tierbabys geschlachtet, um an die Placenta heranzukommen. Doch auch in Krankenhäusern werden die Mutterkuchen aufgekauft.