Beim Einkauf von Hautpflegemitteln kommen angesichts der Fülle an Cremes, Salben, Lotions, Gels und Shampoos leichte Zweifel auf, welche Pflegeprodukte geeignet sind? Sie haben schon allerlei ausprobiert – und dennoch spannt oder juckt die Haut? Trotz der teuren Gesichtscreme fühlen Sie sich nicht so recht wohl in ihrer Haut? Eine Hautanalyse beim Dermatologen kann weiterhelfen.

Nicht nur junge Menschen sind zunächst einmal unsicher, welche Gesichtspflege die richtige ist und wie sie Unreinheiten oder Pickelchen in den Griff bekommen. Auch wenn sich mit zunehmendem Alter die Bedürfnisse der Haut ändern und bisher Bewährtes nicht mehr ausreicht, ist guter Rat oft teuer.

„Zu erkennen, was die Haut braucht, ist nicht immer ganz einfach“, weiß Dr. Uta Schlossberger, Hautärztin in Köln. Die Haut des einen glänzt fettig, weil die Gesichtscreme zu reichhaltig ist, die Haut des anderen spannt und juckt, weil ihr Feuchtigkeit fehlt. Bei empfindlicher Haut können ungeeignete Pflegeprodukte zu Reizungen oder gar Allergien führen.

„Eine Hautmessung beim Dermatologen, die die individuelle Beschaffenheit der Haut analysiert, gibt wichtige Hinweise für ein maßgeschneidertes, an die besonderen Bedürfnisse der Haut angepasstes Pflegekonzept“, rät Dr. Schlossberger. Bei einer Hautanalyse werden Feuchtigkeits- und Lipidgehalt der Gesichtshaut bestimmt, zudem werden Elastizität, Fältchenbildung, Porengröße und Pigmentierung überprüft, erklärt die Dermatologin. Zwei Stunden vor der Untersuchung sollte das Gesicht gründlich gereinigt und nicht eingecremt werden, um Verfälschungen des Ergebnisses durch Pflegeprodukte auszuschließen.

Der Hautarzt wird zunächst ausführlich nach den Pflegegewohnheiten, dem Hautgefühl und möglichen Problemen fragen. Dann kann der erfahrene Dermatologe bereits durch eine sorgfältige Betrachtung des Hautbildes – eventuell unter Zuhilfenahme einer Lupe – den Hauttyp analysieren und die Feinstruktur, Schuppungen, Rötungen oder Hautreizungen erkennen. Zudem stehen verschiedene Diagnosegeräte zur Verfügung, die Hautfeuchte und Hautoberflächenfett bis hin zu Faltentiefe und Porengröße messen können.

Bei Verdacht auf Unverträglichkeiten, beispielsweise von Duftstoffen in Kosmetika, werden zusätzlich Allergietestungen durchgeführt. Durch Blutuntersuchungen kann zudem der Hormonstatus bestimmt werden.

Auf der Basis der gesammelten Daten empfiehlt der Hautarzt dann in einem ausführlichen Beratungsgespräch ein genau auf das individuelle Hautbild abgestimmtes Pflegekonzept, das die Haut mit soviel Fett, Feuchtigkeit und eventuell erforderlichen Wirkstoffen versorgt, wie sie braucht. Bei sensibler Haut wird der Dermatologe zudem raten, besonders hautverträgliche Produkte zu verwenden und Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe zu vermeiden. Selbstverständlich gehört auch eine ausführliche Lichtschutz-Beratung dazu; viele Patienten schätzen ihren Bräunungstyp falsch ein und benötigen einen wesentlich höheren Lichtschutzfaktor als angenommen, berichtet Dr. Schlossberger.

Bei Hautproblemen empfiehlt der Hautarzt darüber hinausgehende kosmetische oder eventuell erforderliche medizinische Maßnahmen. So kann beispielsweise bei jungen Patienten mit Hautunreinheiten eine Ausreinigung bei der Kosmetikerin sinnvoll sein, Aknepickel und Pustel werden mit geeigneten Medikamenten behandelt. Bei störenden Fältchen, roten Äderchen oder Pigmentflecken informiert der Hautarzt über Korrekturmöglichkeiten, beispielsweise durch eine Laserbehandlung. In seltenen Fällen können bei der Hautinspektion auch bösartige Hautveränderungen entdeckt werden, die entfernt werden müssen.

„Die Hautanalyse bildet somit eine fundierte Basis für eine kompetente Rundum-Betreuung der Haut und kann somit einen wichtigen Beitrag zu Hautgesundheit und Wohlbefinden leisten“, so Dr. Schlossberger.

Quelle: BVDD

Teilen Sie diese Informationen...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInShare on TumblrEmail this to someonePrint this page