Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich etwa 16.000 Menschen an Schwarzem Hautkrebs. Grundsätzlich genügt der geschulte Blick des Hautarztes, um das gefährliche Maligne Melanom von einem Muttermal zu unterscheiden. Technische Hilfsmittel in vielen Hautarztpraxen unterstützen die Blickdiagnostik und bieten dem Patienten ein Mehr an Sicherheit. So werden nicht nur überflüssige Operationen vermieden, sondern auch Leben gerettet.

„Das analytische Betrachten von Muttermalen gehört für uns Hautärzte zur alltäglichen Praxis. Wir sind darin ausgebildet und haben die größte Erfahrung rund um die Erkrankung Hautkrebs. Um aber auf Nummer Sicher zu gehen, bedienen wir Dermatologen uns gerne technischer Hilfsmittel, um die Treffsicherheit bei der Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung zu erhöhen“, erläutert Dr. Gerd Kautz vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen.

Die einfachste Unterstützung des geschulten Blicks stellt nach Auskunft des Hautarztes aus Konz die Dermatoskopie dar. Das Dermatoskop vergrößert die untersuchten Hautareale wie ein Mikroskop oder erlaubt einen tieferen Blick in die Haut, um verdächtige Muttermale zu analysieren.

„Die Videomikroskopie oder Videoskopie wiederum ist eine erweiterte Methode der Dermatoskopie. Hierbei wird mit einer speziellen Kamera eine Fotofolge eines verdächtigen Muttermales über Monate oder Jahre hinweg erstellt. Anhand eventueller Veränderungen in Farbe, Größe oder Struktur kann der Dermatologe feststellen, ob das Muttermal bösartig ist oder nicht“, so der Hautkrebsexperte. Diese Form der Untersuchung ist immer dann zu empfehlen, wenn eine verdächtig erscheinende Hautveränderung eine Operation an besonders heiklen Stellen bedeuten würde: etwa im Gesicht.

Die Videomikroskopie bietet dem Dermatologen den Vorteil, den Befund dokumentieren zu können. „Wenn der Patient also zur nächsten Kontrolluntersuchung kommt und ich eine neue Aufnahme der verdächtigen Hautveränderung anlege, kann ich diese mit der früheren Aufnahme vergleichen und so die Entwicklung eventueller krebsbedingter Veränderungen ausmachen“, so Kautz. Abhängig vom Befund fällt dann die Entscheidung, ob das Muttermal entfernt werden muss. „Die Videomikroskopie stellt also eine Qualitätssteigerung innerhalb der Hautkrebsuntersuchung dar, mit der unnötige operative Eingriffe vermieden werden können“, erklärt Kautz Sinn und Zweck des Einsatzes dieses Diagnosesystems.

Eine weitere Erhöhung der „Treffsicherheit“ bieten heute computerunterstützte Kamerasysteme mit Analysefunktion und Anbindung an eine Bild-Datenbank, die so genannte digitale Video-Auflichtmikroskopie. „Diese Systeme sind die Krönung in der Hautkrebs-Diagnostik. Mit ihnen wird die untersuchte Hautveränderung zusätzlich computergestützt analysiert und das Ergebnis elektronisch gespeichert“, so Kautz. „Auffällige Male werden sehr stark vergrößert und können so noch genauer als mit einem herkömmlichen Dermatoskop untersucht werden.“

Bei einem der auf dem Markt erhältlichen Systeme sind beispielsweise über 50.000 Bilder von krebsverdächtigen Hautveränderungen hinterlegt. Wenn die Hautveränderung bestimmte Kriterien innerhalb dieses elektronischen Systems erfüllt, hat der Hautarzt so einen zusätzlichen Anhaltspunkt, ob es sich um eine bösartige Veränderung handelt. „Dieser Check durch den Computer in Kombination mit der Erfahrung des Hautarztes bietet eine optimale Versorgung für den Patienten“, erklärt Kautz die Vorzüge des Diagnosesystems.

„Die Videomikroskopie und die digitale Video-Auflichtmikroskopie empfehlen sich besonders für Risikopatienten, also solche mit sehr vielen Muttermalen oder bei Auftreten von Hautkrebs in der Familie“, so Kautz über die erweiterte Hautkrebsvorsorge, die nicht durch den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt wird. „Die Kosten für eine solche Untersuchung liegen aber kaum höher als die für einen etwas aufwändigeren Friseurbesuch“, betont Kautz.

Quelle: BVDD

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