Die Generation 50 plus gilt als unternehmungslustig, aktiv und jung geblieben. Oft sind es nur die kleinen Fältchen im Gesicht, die das wahre Alter verraten. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, frischer und jünger zu wirken. Welche das sind, erklärt Dr. Johannes Müller-Steinmann, ärztlicher Direktor des Hautarztzentrums Kiel:

Wodurch entstehen Falten?
Je älter wir werden, desto trockener wird unsere Haut. Sie verliert hauptsächlich Hyaluronsäure, die dafür zuständig ist, Feuchtigkeit zu speichern. Dadurch lässt die Elastizität nach und die Haut wird schlaffer. So entstehen Falten und die Haut fängt an, leicht zu hängen – leider auch im Gesicht. Sonnenlicht, Rauchen, Stress und Alkohol verstärken diesen Prozess noch. Dabei möchte doch jeder jung und frisch aussehen, Frauen wie auch Männer.

Also sind Falten auch für Männer ein Thema?
Auf jeden Fall. Zwar können Männer mit Falten und grauen Haaren durchaus als attraktiv gelten, vielen sind die Zeichen der Zeit aber trotzdem unangenehm. Bei Männern sind die Fettreserven anders verteilt als bei Frauen. Dadurch sind die Falten tiefer. Gerade wer im Job erfolgreich ist und vielleicht eine neue Lebenspartnerin hat, möchte jünger wirken, so meine Erfahrung.

Welche Falten sind besonders markant und wie kann man sie behandeln?
Häufig stören sich Männer und Frauen an den sogenannten Nasolabialfalten entlang der Nase. Diese entstehen, wenn das Unterhautfettgewebe mit den Jahren der Schwerkraft folgt und von den Wangenknochen weiter nach unten rückt. Dann bilden sich entlang der Nase tiefe Furchen. Diese können sich wieder vermindern, wenn Ärzte die Jochbeinregion mit Volumen-Fillern aufpolstern. Dafür geben Ärzte ein spezielles Hyaluronsäure-Gel unter die Haut über den Wangenkochen. Dadurch strafft sich diese Partie und die Nasenfalten können sich verringern. Die Volumen-Filler sind stabiler und halten in der Regel länger als normale Hyaluronsäure. Mit Volumen-Fillern können Ärzte zudem Hohlwangen und weniger straffe Hautpartien auffüllen.

Gibt es Risiken?
Generell gilt, dass Patienten sich nur von erfahrenen Ärzten behandeln lassen sollten. Zudem wirken Volumen-Filler in den tieferen Hautschichten. Oberflächliche Injektionen können zu unregelmäßigen Konturen führen. Dann kann das Gel unter der Haut sichtbar werden. Außerdem sollten die Ärzte sich Hilfslinien ziehen. So können sie die Injektionen ganz präzise und symmetrisch setzen.

Und was hilft gegen kleine Fältchen?
Gegen die berühmten Zornesfalten auf der Stirn und Krähenfüße an den Augen kann Botulinumtoxin helfen. Dieses entspannt die Muskeln, dadurch können sich die Falten verringern. Eine andere Möglichkeit ist, Falten mit Hyaluronsäure aufzufüllen, zum Beispiel an der Mundpartie. Hängebäckchen lassen sich meist gut mit der Injektionslipolyse („Fett-weg-Spritze“) behandeln. Wer sein gesamtes Gesicht glätten möchte, kann sich mit Laserlicht behandeln lassen. Bei allen Methoden gilt: Ein Arzt Ihres Vertrauens sollte Sie zu den verschiedenen Möglichkeiten beraten. Informieren Sie sich zudem im Vorfeld gut über dessen Qualifikationen.

Kann man Falten vorbeugen?
Natürlich. Das Wichtigste ist: Tragen Sie von März bis Oktober einen hohen Sonnenschutz auf. Denn gerade im Gesicht ist unsere Haut sehr empfindlich. Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung und wenig Stress sind ebenfalls gut für die Haut. Und was ich zusätzlich immer empfehle: Seien Sie fröhlich. Wer glücklich ist, strahlt dies auch aus. Das bedeutet aber auch: Ist jemand unzufrieden mit seinem Äußeren, können andere das erkennen. Daher sollte jeder für sich selbst entscheiden, ob er mit seinen kleinen Alterserscheinungen gut leben kann oder etwas dagegen unternehmen möchte.

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