Laut der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken hierzulande jedes Jahr rund 18.000 Menschen neu an Hautkrebs. Doch das muss nicht sein: Regelmäßige Haut-Screenings helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, bevor überhaupt erst Krebs entsteht. Herr Dr. Müller-Steinmann, ärztlicher Direktor des Hautarztzentrums Kiels, erklärt, wie ein Screening abläuft und wie sich Hautkrebs-Vorstufen entfernen lassen.

Wie entsteht Hautkrebs?

Bildnachweis: fovito/fotolia.com

UV-Strahlen greifen die Hautzellen an und können das Erbgut der Zellen schädigen. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Doch wer sich über Jahrzehnte starken Sonnenstrahlen und UV-Strahlen aus dem Solarium aussetzt, erhöht das Risiko für schwarzen und weißen Hautkrebs. Da sich der Krebs über längere Zeit entwickelt, sind Früherkennungsuntersuchungen eine gute Methode, um Hautveränderungen rechtzeitig zu erkennen, bevor sich überhaupt Krebs entwickelt.

Wie läuft ein Hautscreening ab?

Bei einer Früherkennungsuntersuchung suchen wir die gesamte Haut – vom Scheitel bis zur Fußsohle – nach Veränderungen ab. Zusätzlich dokumentieren wir alle Pigmentflecke und fertigen einen genauen Muttermalkatalog an. Dafür nutzen wir moderne photodynamische Diagnostik. Beim nächsten Screening vergleichen wir dann die Bilder mit den aktuellen Aufnahmen und können so optische Veränderungen leichter erkennen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für das Screening?

Ja, ab 35 Jahren zahlen die Krankenkassen alle zwei Jahre ein Screening, viele auch schon in früheren Jahren. Patienten können sich bei uns erkundigen, ob auch ihre Kasse die Kosten trägt. Jeder sollte die Haut zudem regelmäßig selbst beobachten und einen Hautarzt aufsuchen, wenn ihnen Muttermale verändert erscheinen.

Was geschieht, wenn Ärzte Hautveränderungen entdecken?

Auffällige Muttermale entfernen wir operativ und analysieren das Gewebe im Labor. Vorstufen des weißen Hautkrebses lassen sich zudem oft schonend mit einem Laser entfernen. Das infrarote Laserlicht dringt wenige tausendstel Millimeter in die Haut ein und löst die obere Schicht. Durch wiederholte Behandlungen tragen wir die geschädigte Haut Stück für Stück ab. Im Gegensatz zu einer Operation wird sie nur oberflächlich verletzt, wodurch das Risiko für Narben sehr gering ist.

Gibt es Menschen, die ein besonders hohes Risiko haben, an Hautkrebs zu erkranken?

Besonders gefährdet sind Menschen mit heller Haut und diejenigen, die viel draußen arbeiten, wie Bauarbeiter, Gärtner und Briefträger. Seit Anfang 2015 zählen bestimmte Formen des hellen Hautkrebses sogar als Berufskrankheit. Diese Menschen sollten sich konsequent vor UV-Strahlen schützen. Dazu zählt neben dem regelmäßigen Auftragen einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auch das Tragen von langer, luftiger Kleidung. Zudem sollten sie unbedingt die starke Mittagssonne meiden.

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