Ein Handekzem bedeutet im beruflichen Alltag ein erhebliches Handicap: Die entzündete, rissige Haut schmerzt bei jedem Handgriff, Feinarbeiten sind kaum möglich und so mancher möchte seine unansehnlichen Hände am liebsten vor Kunden und Kollegen verstecken. Oft ist die Sorge groß, ein chronisches Handekzem könnte den Arbeitsplatz kosten. Doch soweit muss es nicht kommen – wenn der Hautarzt frühzeitig die richtige Behandlung einleitet.

Ob Friseur, Krankenschwester, Verkäuferin oder Metallarbeiter: Die Hände sind das wichtigste Werkzeug im beruflichen Alltag. Um so schlimmer, wenn eine Hauterkrankung die Hände befällt. „Ein chronisches Handekzem kann die Leistungsfähigkeit im Beruf erheblich beeinträchtigen“, betont Dr. Thomas Stavermann vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Die entzündete, rissige Haut schmerzt bei jedem Handgriff, die Feinmotorik ist erheblich eingeschränkt, erklärt der Berliner Hautarzt. Jeder Kontakt mit Wasser oder gar Reinigungsmitteln oder Chemikalien brennt und verschlimmert die Hauterscheinungen noch. Quälender Juckreiz und Schmerzen beeinträchtigen die Konzentrationsfähigkeit und stören nicht selten die erholsame Nachtruhe, die für volle Arbeitsleistung am Tag unerlässlich ist.

„Zu den Beschwerden kommt oft noch eine erhebliche psychische Belastung hinzu“, weiß Dr. Stavermann. Kosmetikerinnen oder Friseure, für die gepflegte Hände wie eine Visitenkarte sind, schämen sich nicht selten für ihr Handekzem. So mancher Kunde – und auch so mancher Chef – sieht es nicht gerne, wenn die Verkäuferin mit geröteten, schuppigen Händen an der Frischetheke bedient.

Kein Wunder, wenn Berufstätige, die an einem chronischen Handekzem leiden, um ihren Arbeitsplatz fürchten. „Betroffene sollten jedoch nicht versuchen, ihre Hautprobleme zu vertuschen oder selbst wahllos mit allerlei Mittelchen zu beheben“, warnt Dr. Stavermann. Der Experte empfiehlt statt dessen, frühzeitig einen Hautarzt aufzusuchen. Der Dermatologe wird zunächst die Ursachen abklären. So können beispielsweise Feuchtarbeiten, wie sie Friseure oder Reinigungskräfte tagtäglich verrichten, oder auch hautreizende Werkstoffe die Hautgesundheit erheblich strapazieren und zu einem sogenannten Abnutzungsekzem führen. Ein Handekzem kann auch durch eine Allergie bedingt sein, beispielsweise auf bestimmte Chemikalien oder bei Mitarbeitern im Gesundheitssektor auf Latexhandschuhe. Besonders gefährdet sind Menschen mit Neurodermitis, deren Haut auf Belastungen sehr empfindlich reagiert und zu Allergien neigt.

Besteht der Verdacht, dass das Handekzem beruflich bedingt ist, wird der Dermatologe einen Hautarztbericht bei der Berufsgenossenschaft einreichen, die dann ggf. sämtliche Kosten für Hautschutz und Pflege sowie die Behandlung übernimmt. „Keine Sorge, der Arbeitgeber muss darüber nicht informiert werden“, beruhigt Dr. Stavermann. Behandelt wird ein Handekzem zunächst mit juckreizlindernden und entzündungshemmenden Cremes und Salben, erklärt der Experte. Vorrangig wird Kortison eingesetzt, das jedoch nur kurzzeitig angewendet werden darf. Als Alternative kommen Tacrolimus-Salbe oder Pimecrolimus-Creme sowie Gerbstoff- oder teerhaltige Präparate in Frage. Eine Iontophorese, bei der die Hände mit schwachem Gleichstrom behandelt werden, hat sich ebenfalls bewährt. Auch eine UV-Bestrahlung kann erwogen werden. Einige dieser Therapien sind jedoch für berufstätige Patienten schwer durchführbar, weil zu zeitaufwendig, oder während der Arbeit nicht anwendbar.

Lässt sich das Handekzem mit diesen Maßnahmen nicht in den Griff bekommen, können Präparate zum Einnehmen verordnet werden. Eine speziell für das chronische Handekzem entwickelte Behandlungsoption ist Alitretinoin, ein Abkömmling der körpereigenen Vitamin-A-Säure. Damit lassen sich auch in schweren Fällen oft erstaunliche Erfolge erzielen, so die Erfahrungen von Dr. Stavermann.

Um die Abheilung zu unterstützen und einem Rückfall vorzubeugen, sei ein konsequenter Schutz durch geeignete Handschuhe und spezielle Hautschutzpräparate unerlässlich – am Arbeitsplatz ebenso wie beim heimischen Hausputz oder bei der Gartenarbeit. Der direkte Kontakt mit hautreizenden und allergieauslösenden Substanzen sei unbedingt zu meiden. Eine sorgfältige Pflege trage zudem wesentlich dazu bei, den Hautzustand stabil zu halten.

Quelle: BVDD

Teilen Sie diese Informationen...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInShare on TumblrEmail this to someonePrint this page