Treten bei einem Kind nach dem Verzehr von Milchprodukten Hautausschlag, Juckreiz und Schwellungen in der Mundregion oder Durchfall auf, liegt der Verdacht auf eine Kuhmilchallergie nahe. Doch nicht immer sind die Anzeichen eindeutig. Eine Abklärung beim Dermatologen bringt Sicherheit.

Der Hautarzt kann klären, ob tatsächlich Kuhmilch-Produkte die allergische Reaktion auslösen.

Bildnachweis: siepmannH/pixelio.de

Juckreiz und Schwellungen an der Mundschleimhaut oder Quaddeln an der Haut – eine sogenannte Urtikaria (Nesselsucht) – nach dem Essen sind typische Anzeichen einer Nahrungsmittelallergie. Häufigster Auslöser im Säuglingsalter ist neben Hühnerei das Kuhmilcheiweiß. Sehr oft vermuten Eltern auch eine Kuhmilchallergie, wenn sich nach der Einführung von milchhaltiger Kost in die Ernährung des Säuglings eine Neurodermitis verschlechtert.

Die Auslöser, die eine Neurodermitis verschlimmern, können jedoch vielfältig sein und sollten daher ärztlich abgeklärt werden, empfiehlt Prof. Dietrich Abeck, Hautarzt in München. Durch Haut- und Bluttests lassen sich Nahrungsmittel- und andere Allergien dingfest machen. Bestätigt sich der Verdacht auf eine Kuhmilcheiweißallergie, kann der Arzt auf Rezept eine therapeutische Hydrolysatnahrung verordnen. Bei dieser Spezialnahrung für Säuglinge wird das Milchprotein so stark aufgespalten, dass es seine allergieauslösenden Eigenschaften weitgehend verliert.

Um Allergien vorzubeugen, wird empfohlen, Säuglinge vier Monate lang voll und dann noch für einige Zeit zumindest teilweise zu stillen.

Meist verschwindet die Allergie von selbst

In vielen Fällen verliert sich eine Kuhmilcheiweißallergie wieder. Daher sollte eine regelmäßige Überprüfung durchgeführt werden, rät Prof. Abeck. Bleibt die Allergie bestehen, sollte auch bei älteren Kindern und Erwachsenen eine kuhmilchfreie Ernährung beibehalten werden. Dabei ist auch auf Kuhmilchprotein in Fertigprodukten zu achten, das auf der Verpackung in der Liste der Inhaltsstoffe deklariert ist.

Ziegen- Stuten- oder Schafsmilch sind für Kuhmilchallergiker keine Alternativen. Produkte, die den Hinweis enthalten, „Kann Spuren von Milch enthalten“ sollten gemieden werden. Denn schwere Reaktionen bis hin zum allergischen Schock sind zwar sehr selten, könnten aber bereits durch geringe Mengen ausgelöst werden.

Bei Beschwerden nach dem Verzehr milchhaltiger Nahrung handelt es sich nicht immer um allergische Reaktionen, eine nichtallergische Unverträglichkeit kann ebenso dahinter stecken. Dies ist häufig bei Symptomen wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall der Fall, berichtet Prof. Abeck. Klassische Allergietestungen eignen sich nicht zum Nachweis einer Unverträglichkeit. Aufschluss gibt ein Auslassversuch unter ärztlicher Anleitung: Dabei wird für einige Wochen Kuhmilch aus der Ernährung weggelassen. Bessern sich dann die Beschwerden, verschlimmern sich aber nach erneutem Verzehr, weist dies auf eine Unverträglichkeit hin. Dabei ist allerdings sicherzustellen, dass das wechselnde Beschwerdebild tatsächlich auf die Kuhmilch und nicht auf andere Ernährungsfaktoren zurückzuführen ist.

Zu den sehr seltenen Symptomen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zählen auch schleimige, blutige Stühle, die Anzeichen einer Darmentzündung (Kolitis) sein können, wie Prof. Abeck erläutert.

Von der Kuhmilcheiweißallergie zu unterscheiden sei die Laktoseintoleranz, betont der Experte. Dabei handelt es sich um keine Allergie, sondern um einen Enzymdefekt, der dazu führt, dass der Organismus Laktose nicht richtig abbauen kann. Im Vordergrund der Symptomatik stehen dann Magen- Darm-Beschwerden. Bestätigt die ärztliche Diagnostik den Verdacht auf eine Laktoseintoleranz, ist meist eine lebenslang laktosefreie Ernährung erforderlich.

Quelle: BVDD

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