Ab dem 1. Oktober 2010 werden die Kosten für die ambulante Balneo-Phototherapie bei Psoriasis (Schuppenflechte) von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dermatologen werten diese Neuerung als einen wichtigen Schritt vorwärts in der medizinischen Versorgung von Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis.

„Die Einführung der ambulanten Balneo-Phototherapie als Kassenleistung ist ein großer Gewinn für die bis zu 400.000 an mittelschwerer bis schwerer Psoriasis Erkrankten in Deutschland. Die therapeutische Bandbreite wird durch diese nebenwirkungsarme Behandlung ganz hervorragend erweitert“, freut sich Dr. Bernd Salzer vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD).

Bei der ambulanten Balneo-Phototherapie handelt es sich um eine ambulante Behandlung in der Hautarztpraxis, bei der der Psoriasis-Patient in stark salzhaltigem Wasser oder einer lichtsensibilisierenden Lösung (PUVA) badet und mit ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt wird. Mit dieser Methode werden annähernd die Bedingungen am Toten Meer simuliert.

„Man unterscheidet verschiede Formen von Balneo-Phototherapie. Bei der asynchronen Photo-Sole-Therapie nimmt der Patient ein Bad in Salzwasser und wird anschließend in feuchtem Zustand mit UV-Licht bestrahlt, während bei der synchronen Balneo-Phototherapie oder TOMESA-Therapie die UV-Bestrahlung während des Bades erfolgt“, erklärt der in Heilbronn niedergelassene Hautarzt. Außerdem werde bei dem asynchronen Verfahren zwischen Vollumspülungsbad und Folienbad unterschieden. Letztere Methode wird von Salzer insbesondere aufgrund des weitaus niedrigeren Verbrauchs an Solezusatz bevorzugt.

Der durch eine Studie des BVDD belegte therapeutische Nutzen zeigt sich in weitaus geringerer Rötung, Schuppung und Infiltration der betroffenen Hautareale. „Wir konnten nachweisen, dass die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Balneo-Phototherapie gegenüber der trockenen UV-Therapie vier- bis fünfmal höher ist. Die Lebensqualität der Betroffenen steigert sich in eben diesem Maße“, so der Sonderreferent für Ambulante Rehabilitation/Balneo-Phototherapie im BVDD. Auch trete der Behandlungseffekt sehr viel schneller ein als bei der reinen Bestrahlungstherapie ohne Solebad.

Diesen Studienergebnissen sei es zu verdanken, dass das zuständige Gremium, der Gemeinsame Bundesausschuss, grünes Licht für eine Einführung dieser Behandlungsmethode als Kassenleistung gab. Die Behandlung ist nach Auskunft Salzers auf 35 Einzelanwendungen beschränkt, die Behandlungshäufigkeit liegt bei drei bis vier mal pro Woche. Salzer rechnet damit, dass vom Start weg rund 160 Behandlungszentren bundesweit zur Verfügung stehen. Weitere werden im Laufe der Zeit nach einer Zertifizierung hinzukommen. Eine Liste der teilnehmenden Hautarztpraxen wird im Laufe des Oktober unter www.uptoderm.de veröffentlicht.

„Ob in Flensburg, Garmisch oder Görlitz – die Hautärzte in Deutschland werden eine flächendeckende Versorgung mit dieser effektiven Therapie anbieten“, so der BVDD-Landesvorsitzende von Baden-Württemberg.

Quelle: BVDD

► Informationen zur Schuppenflechte-Behandlung durch Lichttherapie im Hautarzt-Zentrum Kiel

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