Schuppenflechte ist ein quälender Begleiter für ca. zwei Millionen Betroffene in Deutschland. Seit 2008 tritt das deutsche Patientenregister PsoBest an, um die Versorgung entscheidend zu verbessern. In Hamburg werden Patientendaten zentral gesammelt, sie geben Aufschluss über die Wirksamkeit von Therapien. Teilnehmende Dermatologen halten sich über aktuelle Forschungen auf dem Laufenden.

„Die wichtigsten Werkzeuge für PsoBest sind zwei Fragebögen“, sagt Prof. Kristian Reich, Dermatologe aus Hamburg, „sie machen es sowohl für den Patienten, als auch für uns Ärzte möglich, über einen längeren Zeitraum Daten über die Schwere der Krankheit und den Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten zu messen und zu vergleichen.“

Vor kurzem verzeichnete PsoBest die Teilnahme des tausendsten Patienten. Teilnehmen darf nur, wer bisher keine Biologika oder Systemtherapeutika erhalten hat. Die Daten werden anhand der Fragebögen DLQI und PASI über fünf Jahre erhoben. „Der Dermatologische Lebensqualitäts-Index, kurz: DLQI, gibt Aufschluss über die persönlichen Auswirkungen der Schuppenflechte“, so Reich. „Er fragt beispielsweise Parameter wie Scham oder Verunsicherung des Betroffenen ab, aber auch die unmittelbaren Auswirkungen der Psoriasis auf Privat- und Berufsleben.“

Die psychosozialen Auswirkungen der Psoriasis – so der Fachausdruck – wurden lange Zeit wenig beachtet und Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) nicht im systemischen Ausammenhang betrachtet. „Da ist man heute schon viel weiter“, sagt Prof. Reich. Inzwischen sind Begleiterkrankungen, die bis zur Depression reichen, bekannt.

Dass die Wirksamkeit der dermatologischen Maߍnahmen nur unter Überprüfung der individuellen Lebensqualität möglich ist, liegt für Dr. Margrit Simon, am Register teilnehmende Dermatologin aus Berlin, auf der Hand. „Der DQLI ist ein Instrument zur Erfassung der Lebensqualität der Psoriasis-Patienten“, so Dr. Simon. Jeder im PsoBest-Register gemeldete Patient füllt ihn bei den regelmäߍigen Visiten aus.

„Der Nutzen ist enorm“, sagt die Berliner Dermatologin, „durch die Kombination aus Arzt- und Patientendaten und die zentrale Sammlung und Analyse im Competenzzentrum fur Versorgungsforschung in der Dermatologie können Behandlungen immer weiter optimiert werden. Es ist wichtig, dass wir Ärzte den Erfolg einer Therapie erkennen und schnell reagieren können.“

Auf Seiten des Arztes kommt der Psoriasis Area and Severity Index-Bogen (PASI) zum Einsatz. Er stellt den Befall der Körperoberfläche und den Schweregrad der Hautschäden dar. Durch prozentual erfasste Parameter, aufgeschlüsselt nach verschiedenen Körperregionen, wird die Wirkung einer Psoriasis-Therapie dokumentiert.

„Für die Therapie des Patienten und ihren Erfolg ist die Registrierung bei PsoBest ein groߍer Zugewinn“, sagt Dr. Simon. „Dermatologe und Patient gehen eine vertrauensvolle Partnerschaft ein, die eine erfolgreiche Therapie ermöglicht und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Forschung leistet. Es ist wichtig, dass immer mehr Patienten mitmachen.“

„Die Langzeitbeobachtung der Therapien ist ein wichtiger Beitrag zur Patientensicherheit. An PsoBest nehmen bisher 51 Kliniken und 473 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie über eintausend Patienten teil“, sagt Prof. Matthias Augustin, Leiter des CVderm und Initiator des Patientenregisters. „Durch PsoBest ist die Qualität der Versorgung von Schuppenflechte-Patienten erheblich gesteigert worden und wird stetig weiter verbessert.“

Quelle: BVDD

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