Eine empfindliche oder auch unreine Haut, Pickel, entzündliche Hautkrankheiten wie Akne und Neurodermitis: Diese Umstände können die morgendliche Rasur zur Tortur werden lassen. Hautärzte raten zur schonenderen trockenen Variante.

„Wenn es schon die Nassrasur sein muss, dann bitte mit einer wirklich scharfen, frischen Rasierklinge. Denn je stumpfer die Klinge ist, umso mehr muss man den Druck der Klinge auf die Haut erhöhen, um die Stoppeln gründlich abrasieren zu können. Und dadurch kommt es zu einer verstärkten Reizung der Haut und auch zu häufigeren Schnittverletzungen“, erklärt Dr. Dirk Meyer-Rogge vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Der Hautarzt aus Karlsruhe rät Männern mit problematischer Haut grundsätzlich eher zur Trockenrasur mit dem elektrischen Rasierapparat, da durch diese Methode die Haut weniger gereizt werde.

Der mechanische Reiz bei der Trockenrasur erfolge sehr viel oberflächlicher als bei der Nassrasur. „Bei der Nassrasur wird die Hautoberfläche durch die Rasierklinge minimal abgetragen, während durch die Scherfolie des Elektrorasierers lediglich die Stoppeln mit dem Scherblatt in Kontakt kommen. Die Nassrasur mag in der Regel gründlicher sein, aber auch verletzender“, so Meyer-Rogge. Diese Problematik sei besonders für Männer mit Akne relevant, da deren Hautoberfläche nicht ebenmäßig ist. Auch männliche Jugendliche, in deren Gesicht so genannte juvenile Flachwarzen auftreten, sollten sich aus diesem Grund lieber trocken rasieren, empfiehlt der Dermatologe.

Eine weitere Gefahr: Wird eine Warze durch die Klinge verletzt, können die Viren durch die Rasur auf weitere Gesichtsregionen übertragen werden. „Eine ähnliche Gefahr besteht bei der Akne; hier werden Bakterien aus durch den Nassrasierer verletzten Pickeln über das Gesicht verbreitet und können durch Mikroverletzungen in die Haut eindringen“, weiß Meyer-Rogge. Darum sollte auch bei einem Trockenrasierer der Scherkopf regelmäßig gereinigt werden, denn hier können sich Aknebakterien einnisten.

Wichtig sei vor allem, dass die Problemhaut nach der Rasur eine wohltuende Pflege mit einer alkoholfreien Aftershave-Balsam erfährt. „Alkohol reizt die Haut noch mehr. Der Balsam sollte außerdem unparfümiert sein. Viele in der Industrie verwendete Duftstoffe stehen im Verdacht, Allergien auszulösen“, rät der Hautarzt.

Laut Meyer-Rogge vertragen nur wenige Männer die Trockenrasur nicht und reagieren mit gereizter Haut und Ausschlag. Der Wirkmechanismus hierfür sei bislang wissenschaftlich nicht hinreichend geklärt.

Quelle: BVDD

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