Der neue Chef sieht die Sternchen auf dem Unterarm nicht gerne. Mit dem langjährigen Freund ist Schluss, aber sein Name prangt noch in verschnörkelten Buchstaben auf der Wade. Das „Tribal“ über dem Steißbein ginge noch als Jugendsünde durch, sieht aber nicht mehr so schnittig aus wie früher. In den meisten Fällen lassen sich diese Probleme mit einem Laser lösen. Hautärzte entfernen damit auf relativ schonende Weise lästig gewordenen Körperschmuck.

Lästige Tätowierungen kann der Hautarzt mit einer Laser-Behandlung dauerhaft entfernen.

Bildnachweis: Medienbüro Medizin

Tätowierungen können nicht nur aus der Mode kommen, sondern auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Forscher der Johns Hopkins University in Baltimore haben in einer Studie Tätowierungen mit einer Uveitis in Verbindung gebracht, bei der es zur Entzündung im Augeninneren kommt und die im schlimmsten Fall zum Erblinden führen kann. „Das ist möglich, weil ein Teil der in die Haut gestochenen Farbe über die Lymphknoten in den ganzen Körper gelangt“¸ erklärt Dr. Johannes Müller-Steinmann, ärztlicher Direktor des Hautarztzentrums Kiel. „Dort können die Stoffe neben Immunreaktionen auch Allergien verursachen.“ Einige Inhaltsstoffe der schwarzen Farbe, vor allem polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe (PVK), gelten darüber hinaus als krebserregend und sind mittlerweile in Tattoo-Farben verboten.

Wem die Malereien auf der Haut Unbehagen bereiten, dem kann in der Regel ein Hautarzt helfen. „Wir entfernen Tätowierungen mit einem energiereichen Laser“, berichtet Dr. Müller-Steinmann. „Ultrakurze Lichtimpulse durchdringen die Haut und werden von den Farbpigmenten absorbiert. Diese werden fein zertrümmert und abtransportiert.“ Wegen der kurzen Einwirkzeit wird die übrige Haut geschont. Nach einigen Sitzungen ist das Tattoo passé, Nebenwirkungen wie Schwellungen und Rötungen sind meist nur vorübergehend.

Die Behandlung ist aber nicht immer machbar. „Einige Tätowierer benutzen Farbstoffe aus Eisenoxid oder Titanoxid, die wir kaum oder gar nicht entfernen können“, erklärt der Kieler Dermatologe. Wer sich ein Tattoo stechen lassen möchte, sollte sich also vorher gut informieren: Prüfzertifikate auf den Tinten klären darüber auf, ob Farben frei von bestimmten Stoffen wie PVK und Schwermetallen sind. Die Tätowierer sollten auch hygienische Standards einhalten und sterile Instrumente verwenden. Will ein Tätowierer gleich losstechen, ohne seine Kunden zu beraten und über mögliche Komplikationen und Risiken zu informieren, ist besondere Vorsicht geboten.

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