Glänzendes und gepflegtes Haar wünscht sich jeder. Häufig rieseln jedoch kleine weiße Schüppchen vom Kopf. Schuppen entstehen aus vielen Gründen, doch die richtigen Pflegemaßnahmen können sie verhindern.

Schuppen können mit der richtigen Haarpflege weitegehnd vermieden werden.

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Wie welcher Haartyp am besten zu pflegen ist, erklärt Dr. Johannes Müller-Steinmann, ärztlicher Direktor des Hautarztzentrums Kiel:

Was sind Schuppen eigentlich genau?

Unsere Haut erneuert sich regelmäßig. Dabei teilen sich die Zellen der Hornhaut und wandern an die Hautoberfläche. Dort lösen sich daraufhin die alten Hautschichten und fallen als winzige Schüppchen ab. Meistens merken wir das gar nicht. Bei manchen Menschen wandern die neuen Hornplättchen jedoch zu schnell an die Oberfläche. Dort entsteht eine Art Stau. Die Hautplättchen kleben dann aneinander und rieseln als sichtbare Schuppen vom Kopf.

Was sind denn die häufigsten Gründe für Schuppen?

Das kann verschiedene Ursachen haben. Häufig sind heiße Föhnluft, trockene Heizungsluft oder ein falsches Shampoo schuld. Auch eine trockene und empfindliche Haut neigt zu Kopfschuppen, ebenso wie Allergiker und Menschen, die an einer Schuppenflechte oder Neurodermitis leiden. Schuppen bilden sich aber auch bei fettiger Kopfhaut. Dann vermehren sich bestimmte Hefepilze zu stark, die bei jedem Menschen auf der Kopfhaut leben. Diese reizen die Haut, die daraufhin mehr schützende Hornschicht bildet. Dann kleben die fettigen Schuppen regelrecht am Kopf fest. Das kann ordentlich jucken. Gerade da liegt aber die Gefahr. Entstehen beim Kratzen offene Stellen, können Krankheitserreger eindringen und Infektionen auslösen.

Welche Mittel helfen gegen Schuppen?

Trockene Kopfhaut sollten Betroffene unbedingt mit einem milden Shampoo waschen. Dazu eignen sich beispielsweise Babyshampoos. Außerdem gilt: Haare nur waschen, wenn es wirklich nötig ist, denn jeder Waschgang trocknet die Kopfhaut noch mehr aus. Bei fettigen Haaren mit Schuppenbildung sollten Patienten zu speziellen Anti-Schuppen-Shampoos greifen. Diese enthalten Inhaltsstoffe, die zusätzlich Pilze abtöten. Denn fettige Kopfhaut bietet einen perfekten Nährboden für Pilze, Bakterien und Co. Hier gilt: Haare gern täglich waschen. Entzündet sich die Kopfhaut, kann ein seborrhoisches Ekzem entstehen.

Seborrhoisches Ekzem? Was ist das genau?

Meistens steckt ein Pilz hinter diesen Infektionen der Haarfollikel. Wir Hautärzte können meist schon an der Beschaffenheit der Schuppen erkennen, ob Entzündungen vorliegen. Zur Sicherheit nehmen wir Hautproben und untersuchen diese unter dem Mikroskop. Ist die Diagnose positiv, verschreiben wir in der Regel pilzhemmende Mittel in Form von Tabletten oder Cremes oder Shampoos.

Haben Sie noch allgemeine Tipps zur Haar- und Kopfhautpflege?

Hier gilt eigentlich das Gleiche wie bei der Haut. Die Kopfhaut sollte immer entsprechend ihres Typs gepflegt werden. Mit milden Shampoos ohne Duft- und Konservierungsstoffe macht keiner etwas falsch. Wichtig ist: Wenn Patienten merken, dass der Kopf nach dem Waschen juckt oder sich rote Stellen bilden, stimmt etwas nicht. Dann lieber das Shampoo wechseln und bei offenen Stellen zum Hautarzt gehen.

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