Menschen mit Schuppenflechte leiden 1,8 mal häufiger an Depressionen als Menschen ohne. Das hat eine Auswertung von Versichertendaten ergeben, die das Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm) vorgenommen hat. Dieser Erkenntnis trägt das Psoriasisregister PsoBest Rechnung und hat deshalb psychische Komorbiditäten wie Depression als Untersuchungsgegenstand im Langzeitverlauf aufgenommen.

Neben den Autoimmunerkrankungen der Gelenke und des Darmes, den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dem Diabetes ist die Depression eine der wesentlichen Begleiterkrankungen von Schuppenflechte. Insgesamt wurden in der „PsoCare“-Studie des CVderm die Daten von knapp 35.000 GKVVersicherten mit Psoriasis-Diagnose untersucht, von denen fast zwei Drittel Männer waren. Insgesamt wiesen über 4.000 dieser Versicherten die Diagnose Schuppenflechte und Depression auf.

Die Depression tritt in allen Altersgruppen auf. Doch die Untersuchung zeigte, dass mit steigender Altersgruppe auch der prozentuale Anteil der Betroffenen mit Depression zunahm. In der Altersgruppe 0 bis 20 Jahre litten im Schnitt gut 2 Prozent an Depression, in der Altersgruppe 41 bis 60 Jahre waren es ca. 16 Prozent und bei der Altersgruppe 81 Jahre plus stieg die Zahl auf über 22 Prozent. Die erhöhte Depressions-Rate bei Schuppenflechte ist nicht allein als Reaktion auf das gegenwärtige Hautbild zu erklären, sondern besteht z. T. unabhängig vom Schweregrad der Schuppenflechte.

PsoBest ist das bislang größte Patientenregister in der Dermatologie. Es erhebt deutschlandweit Informationen über den langfristigen Behandlungsverlauf und Begleiterkrankungen der Schuppenflechte. Jeder Registerpatient wird über fünf Jahre begleitet – unabhängig von der Art der Therapie und dem Ort der Behandlung. Alle Informationen im Register unterliegen dabei strengsten Regeln des Datenschutzes sowie der ärztlichen Schweigepflicht. Ziel von PsoBest ist das Gewinnen von Langzeitdaten über die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit der in Deutschland verfügbaren Biologika und konventionellen Systemtherapien zur Behandlung der Psoriasis. PsoBest ermittelt den Nutzen für den Patienten und den Bedarf an bisher eingesetzten Therapien, um die bestehende Versorgung zu optimieren. Die Langzeitbeobachtung der Therapien ist ein wichtiger Beitrag zur Patientensicherheit. An PsoBest nehmen bisher 51 Kliniken und 473 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte teil.

Das Projekt PsoBest wird vom Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm) unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Augustin durchgeführt. Das CVderm arbeitet im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD).

Quelle: BVDD

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