Was tun, wenn nach dem Schmusen und Toben mit dem vierbeinigen Hausbewohner die Augen jucken, die Nase läuft und sogar das Atmen schwerfällt? Der Hautarzt gibt Rat, wie eine Tierhaarallergie behandelt werden kann und ob Haustiere ab sofort tabu sein müssen.

Oft kann eine Tierhaar-Allergie effektiv behandelt werden.

Bildnachweis: Margit Völtz/pixelio.de

Die Augen tränen und jucken, die Nase läuft oder ist verstopft, Atembeschwerden können hinzu kommen: Das sind typische Anzeichen einer allergischen Rhinitis. Während sich eine Pollenallergie alljährlich zur Blütezeit bestimmter Pflanzen bemerkbar macht und sich draußen im Freien meist verschlimmert, tritt eine Allergie gegen Tierhaare ganzjährig und besonders in geschlossenen Räumen auf.

Betroffene leiden vor allem jetzt im Winter stark unter den Beschwerden, wenn es sich Mensch und Tier gerne zu Hause gemütlich machen. „Die allergischen Beschwerden werden übrigens nicht durch die Haare selbst, sondern durch den daran haftenden Speichel des Tieres ausgelöst“, erklärt Dr. Ines Brautzsch, Hautärztin in Bad Berka und Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen des Berufsverbandes der Deuschen Dermatologen.

Um die Auslöser der Symptome dingfest zu machen, empfiehlt die Dermatologin eine allergologische Abklärung. Neben Allergenen der wichtigsten Haustiere umfassen allergologische Standardtestungen unter anderem auch Allergene von Hausstaubmilbe und Schimmelpilzen.

„Ein negatives Testergebnis auf Tierhaare schließt allerdings eine Allergie auf ein Haustier nicht hundertprozentig aus“, betont Dr. Brautzsch. Denn manche Züchtungen können ein Allergenspektrum aufweisen, das mit Standardsubstanzen nicht erfasst wird. Weisen die Beobachtungen des Patienten deutlich auf einen Zusammenhang zwischen den allergischen Beschwerden und dem Kontakt mit dem Tier hin, sollte eine Probe der Tierhaare in die Praxis mitgebracht und getestet werden. Das gilt auch bei der Haltung exotischer und seltener Tierarten, die die Standardtestung nicht umfasst. Außerdem sollte an mögliche Allergene aus dem Umfeld der Tierhaltung gedacht werden, beispielsweise auf Fischfutter bei Aquarienbesitzern.

„Mit einer Trennung von dem Hausgenossen allein ist es allerdings nicht immer getan“, so Dr. Brautzsch. Dies reduziert zwar die Allergenbelastung erheblich, reicht jedoch oft nicht aus, damit die Beschwerden abklingen. Denn Katzenallergene beispielsweise finden sich auch dann noch in einer Wohnung, wenn dort schon seit Jahren kein Stubentiger mehr lebt. Selbst Tierhaare, die an der Kleidung anderer Katzenbesitzer haften, können zu allergischen Symptomen führen.

Patienten, bei denen eine Reduktion des Allergenkontakts nicht ausreicht, empfiehlt Dr. Brautzsch eine Hyposensibilisierung, um die Beschwerden zu lindern und dem gefürchteten Etagenwechsel in die Bronchien vorzubeugen. Dies sei allerdings keine Lösung, die es erlaubt, das Haustier doch zu behalten. Denn eine hohe Allergenbelastung durch das im Haushalt lebende Tier könne zu nicht kalkulierbaren Nebenwirkungen der Therapie führen. Da die Hyposensibilisierung mindestens drei Jahre dauert, führt daher kein Weg daran vorbei, für das Tier eine neue Bleibe zu suchen. Ein Trost: Nach erfolgreicher Hyposensibilisierung kann durchaus wieder über einen vierbeinigen Hausgenossen nachgedacht werden. „Der Rat, dass Menschen, die zwar keine Tierhaarallergie haben, aber unter Neurodermitis oder einer Pollenallergie leiden, vorsorglich auch auf Haustiere verzichten sollten, gilt heute so pauschal nicht mehr“, unterstreicht Dr. Brautzsch. Im Einzelfall sollte man sich bei einem allergologisch versierten Hautarzt beraten lassen.

Quelle: BVDD

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