Plötzlich auftretende, blassrote Quaddeln, begleitet von Juckreiz – ein in dermatologischen Praxen häufig gesehenes Reaktionsmuster der Haut. Die Urtikaria hat verschiedenste Verlaufsformen und Auslöser, sogar Hautkontakt mit kalter Luft kann eine so genannte Kälteurtikaria hervorrufen.

„Der Kältereiz bewirkt bei manchen Menschen eine Freisetzung von Histaminen, als ob der Körper sich gegen die kalte Luft wie gegen eine Allergie auslösende Substanz wehren wolle“, beschreibt Dr. Jeanette Eicholtz die Symptome eines Krankheitsbildes, das mit Absinken der Temperaturen wieder häufiger in der dermatologischen Praxis auftaucht. Diese Form der auch als Nesselsucht bezeichneten Krankheit rechnet man zur physikalischen Urtikaria, die ebenso durch enge Kleidung, Gürtel oder Wärme ausgelöst werden kann. Warum Nesselsucht?

„Die Haut sieht bei einer Urtikaria tatsächlich aus, als sei sie mit Brennnesseln in Berührung gekommen“, erklärt die in Berlin niedergelassene Hautärztin. Von der physikalischen Urtikaria ist die akute Nesselsucht zu unterscheiden, die durch Überempfindlichkeit auf Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln oder durch Medikamente ausgelöst werden kann.

Häufig verschwinden die Quaddeln nach wenigen Tagen von selbst. Bleiben die Hauterscheinungen jedoch über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen bestehen, spricht der Dermatologe von einer chronischen Urtikaria. „Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung sind von chronischer Urtikaria betroffen“, so Eicholtz über die Häufigkeit der Erkrankung.

„Was die Patienten häufig belastet, ist gar nicht so sehr der Juckreiz, sondern das optische Erscheinungsbild. Gerade an besonders weichen Stellen der Haut, etwa den Lidern oder den Lippen, kann es zu monströsen Schwellungen kommen“, weiß die Berliner Dermatologin aus ihrer Praxis. Eine Abklärung durch den Hautarzt sollte unbedingt vorgenommen werden, da die Symptome immer wieder auftreten können.

Die Ursachenforschung kann sich im Einzelfall schwierig gestalten. Es kommen eine Reihe von Auslösern infrage. Nach gründlicher Befragung des Patienten über das Auftreten der Hauterscheinungen kann der Dermatologe einen sogenannten „Provokationstest“ der Haut durchführen.

Das zeitweilige Vermeiden von Nahrungsmitteln kann bei Allergieverdacht Klarheit bringen. Wenn eine versteckte Infektion oder eine Autoimmunerkrankung als Auslöser in Frage kommen, führt der Arzt entsprechende Bluttests durch.

„Manchmal ist eine ursächliche Therapie auch nicht möglich. Dann kommt eine symptomatische Therapie zur Anwendung. Antihistaminika zeigen eine schnelle und effektive Wirkung. Schon nach einer Stunde klingen die Beschwerden ab“, erläutert Eicholtz.

Die Behandlung kann sich unter Umständen über einen langen Zeitraum erstrecken, doch eines ist sicher: Auch die hartnäckigste Urtikaria heilt irgendwann ab.

Quelle: BVDD

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