Herbstzeit, Wanderzeit. Zu dumm, wenn eine Blase oder ein „Hühnerauge“ längere Wege zur Qual werden lassen und den Freizeitspaß verderben. Mit der richtigen Vorsorge und der passenden Pflege bleiben die Füße gut in Schuss!

Die neuen Schuhe mögen zwar schick oder sportlich aussehen, aber sitzen sie nicht perfekt am Fuß und drücken, gerät die Haut unter Druck und wird gegen die ungewohnte Belastung schon bald schmerzhaft protestieren.

Reibt der Schuh an Knöchel, Ferse oder Zeh, kann sich die oberste Hautschicht lösen. Es kommt zu einer akuten Entzündung, bei der sich unter der Haut vermehrt Gewebeflüssigkeit ansammelt. So jedenfalls erklärt die Kölner Hautärztin Dr. Anne Hundgeburth die Entstehung einer Blase.

„Die Hautschicht auf einer geschlossenen Blase nicht entfernen,“ rät die Dermatologin. Ansonsten drohe eine schmerzhafte Infektion. Allenfalls die Blase mit einer sauberen und desinfizierten (!) Nadel anpieksen und die Flüssigkeit vorsichtig ausdrücken. Danach ein Pflaster aufkleben, um die Blase vor Schmutz und weiterer Reibung zu schützen.

Ist die Blase bereits aufgeplatzt, sollte die Wunde mit einer entsprechenden Salbe oder Lösung desinfiziert und lockere Haut entfernt werden. Spezielle Blasenpflaster unterstützen die Wundheilung. Bildet sich ein roter Hof oder tritt trübe Flüssigkeit aus, weist dies auf eine Infektion hin. Dann muss die Blase ärztlich versorgt werden.

Gegen eine anhaltende Druckbelastung in engen Schuhen oder bei Fehlstellungen des Fußes versucht sich die Haut zu schützen, indem sie eine verdickte Hornschicht bildet. Solche Schwielen treten vor allem am Ballen, an den Fersen und an den Außenkanten der Groß- und Kleinzehen auf.

„Damit die Hornhaut nicht spröde und rissig wird, sollten die Füße gut gepflegt werden“, empfiehlt Dr. Hundgeburth. Cremes beispielsweise mit Ammoniumlactat verbessern die Feuchtigkeitsbindung der Haut und halten die Hornhaut geschmeidig. Bei ausgeprägten Schwielen kann ein Präparat, das hoch konzentrierten Harnstoff oder Salizylsäure enthält, die Hornhaut aufweichen.

Verdickte Hornhaut lässt sich nach einem warmen Fußbad mit einem Bimsstein abtragen. Dabei vorsichtig arbeiten, um die Haut nicht zu verletzen und danach die Füße mit einer rückfettenden Pflege eincremen.

Bei anhaltender intensiver Druckbelastung kann sich ein clavus – umgangssprachlich auch Hühnerauge genant – entwickeln. Dabei bildet sich ein harter Hornhautstachel bis in tiefere Hautschichten, der bei Druck sehr schmerzhaft ist.

Wer zu Hühneraugen neigt, kann durch Silikon- oder Schaumstoffpolster für Druckentlastung sorgen. Spezielle Hühneraugenpflaster oder Salicylsäure-Tinkturen können den Hornhautpfropf auflösen. Bleiben die Selbsthilfebemühungen erfolglos, kann man ein Hühnerauge beim Dermatologen entfernen lassen. Verhornte Hautstellen sollte man keinesfalls selbst auskratzen, da es dabei zu Verletzungen und Infektionen kommen kann.

„Diabetiker sollten grundsätzlich bei Hautverletzungen an den Füßen, Blasen, Schwielen oder Hühneraugen nicht selbst herumdoktern, sondern einen Hautarzt hinzuziehen“, betont Dr. Hundgeburth. Denn die Schmerzwahrnehmung an den Füßen ist oft eingeschränkt, zudem heilen Wunden schlechter. Die Kölner Hautärztin empfiehlt Diabetikern eine regelmäßige Kontrolle und eine dermatologische Fußpflege.

Quelle: BVDD

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