Warzen „besprechen“, mit allerlei Hausmittelchen beträufeln oder bei Vollmond eine Schnecke darüber kriechen lassen: Tipps, wie man Warzen los wird, gibt es unzählige. Doch Vorsicht: Die Hautwucherungen sind ansteckend und können sich bei unsachgemäßem „Herumdoktern“ noch weiter verbreiten. Betroffene sollten sich daher beim Hautarzt eine effektive Therapie empfehlen lassen.

Warzen sind nicht nur unschön und lästig, sondern auch ansteckend, betont Prof. Dr. Thomas Dirschka, Hautarzt in Wuppertal: Denn Ursache ist eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Vor allem Kinder, deren Immunsystem die Bekämpfung der Erreger noch nicht gelernt hat, können sich das Warzenvirus in Schwimmbad oder Sporthalle einfangen. In der Familie wird das Virus durch direkten Hautkontakt, aber auch beispielsweise durch gemeinsam benutzte Handtücher weiter verbreitet. In trockene, rissige, aufgekratzte oder abwehrgeschwächte Haut können die Erreger besonders leicht eindringen. Anfällig sind auch schlecht durchblutete, kaltschweißige Hände und Füße, erklärt Dirschka.

Je nach Virustyp und betroffener Körperregion können sich unterschiedliche Warzenformen bilden. Am häufigsten sind die sogenannten „gewöhnlichen“ Warzen (Verrucae vulgares). Die Wucherungen weisen eine verhornte, raue und zerklüftete Oberfläche auf.

An Druckstellen, besonders an der Fußsohle, können sich Dornwarzen (Verrucae plantares) entwickeln. Durch den Druck des Körpergewichts wachsen diese nicht nach außen, sondern wie ein Dorn in die Tiefe.

Flachwarzen (plane Warzen, Verrucae planae juveniles), die vor allem in der Pubertät auftreten, befallen vorzugsweise Gesicht, Handrücken oder Unterarme. Die Knötchen weisen eine nur leicht raue, hautfarbene, manchmal gelblich-bräunliche Oberfläche auf. Bei verdächtigen Hautwucherungen sollte man beim Hautarzt klären lassen, ob es sich tatsächlich um eine Warze oder um eine andere Hauterkrankung handelt.

Etwa die Hälfte der gewöhnlichen Warzen heilt innerhalb von zwei Jahren von selbst wieder ab, berichtet Dirschka – das könnte den scheinbaren „Erfolg“ so mancher Hausmittelchen erklären.

Da eine Warze jedoch ansteckend ist – vor allem wenn durch unsachgemäßes Kratzen oder Knibbeln die Viren an die Oberfläche gelangen – sollte man nicht selbst an einer Warze „herumdoktern“, sondern sich vom Hautarzt geeignete Behandlungsmaßnahmen empfehlen lassen. Bleiben Warzen unbehandelt, können sie je nach Lokalisation unangenehme Beschwerden verursachen. Dornwarzen an der Fußsohle beispielsweise verursachen häufig Schmerzen beim Gehen und können dadurch zu Fehlhaltungen führen.

Eine schmerzhafte, operative Entfernung von Warzen wird heute – vor allem bei Kindern – wenn möglich vermieden, erklärt Dirschka. Eine Ausnahme können fortgeschrittene Dornwarzen darstellen.

Einzel stehende gewöhnliche oder auch plane Warzen empfiehlt der Dermatologe, mit Salicylsäure-haltigen Lösungen zu behandeln. Die in Auflösung befindliche Hornschicht kann danach schmerzarm abgetragen werden. Dabei sei auf penible Hygiene zu achten, um eine Weiterverbreitung der Viren zu vermeiden, betont Dirschka. Umliegende gesunde Haut sollte mit Zinkpaste geschützt werden. In hartnäckigen Fällen kann eine Kombination von Salicylsäure mit 5-Fluorouracil oder – nur bei Erwachsenen – eine Verätzung mit Salpetersäure erwogen werden. Bei vulgären Warzen im Hand- und Fußbereich kommt auch eine Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff in Frage. Bei größeren „Warzenbeeten“ sei oft eine Bestrahlung mit wassergefiltertem Infrarot (wIRA) sehr effektiv, so Dirschka weiter. Flachwarzen sprechen auch gut auf eine lokale Behandlung mit dem Wirkstoff Isotretinoin an.

Eine Warzentherapie sei allerdings langwierig und erfordere Geduld, räumt Dirschka ein. Zudem komme es immer wieder zu Rückfällen. Gegen feuchte Hände oder Füße könne unterstützend eine Iontophorese mit schwachem Gleichstrom durchgeführt werden, um einen der Risikofaktoren für Warzen zu reduzieren.

Quelle: BVDD

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