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Bräune und Sonnenschutz aus der Spritze

Ein Implantat, das bräunt und zugleich vor UV-Strahlen schützt – ist das bald eine Alternative zu Bräunungscreme und Sonnenmilch? Australische Wissenschaftler haben ein künstliches Hormon entwickelt, das die Produktion des körpereigenen Farbstoffs Melanin anregt.

Das Hormon Afamelanotid wird von einem Implantat der Größe eines Reiskorns abgegeben, das unter die Haut gespritzt wird. Nach zwei Tagen ist das Ergebnis sichtbar: Der ganze Körper ist gleichmäßig gebräunt. Die Bräune hält bis zu zwei Monate an.

Als Vorbild diente den Forschern das körpereigene Hormon Alpha-MSH. Dieses ist für den natürlichen Bräunungsprozess zuständig: Wird die Haut starkem Sonnenlicht ausgesetzt, veranlasst Alpha-MSH die Produktion des braunen Pigments Melanin, das die Haut gegen UV-Strahlen abschirmt. “Das künstliche Hormon erfüllt die gleiche Funktion”, erklärt Dr. Johannes Müller-Steinmann, leitender Arzt des Hautarztzentrums Kiel. “Aber: Da das Hormon per Spritze verabreicht wird, muss die Haut nicht mehr der schädlichen Sonne ausgesetzt werden. Auch ist die bräunende – und damit schützende – Wirkung von Afamelanotid weitaus stärker.”

Sonnenschutz aus der Spritze – auch für Patienten mit Lichtallergien (Photodermatose) kann das große Vorteile bringen. Zugelassen ist das Mittel jedoch noch nicht: Seine Wirkung am Menschen wird gegenwärtig getestet.

Von | 2009-03-19T10:00:44+00:00 19. März 2009|Tags: , , |
Dr. Johannes Müller-Steinmann
Dr. med. Johannes Müller-Steinmann ist Facharzt für Dermatologie und Venerologie und ärztlicher Leiter des Hautarztzentrums Kiel.

Fragen & Antworten:

  1. Jule 11. Mai 2018 um 11:58 Uhr - Antworten

    Guten Tag,

    Ich habe einen unvollständigen Albinismus.
    Wäre die Spritze auch für diese Krankheit wirksam?

    Freundliche Grüße

    • Dr. Johannes Müller-Steinmann

      Guten Tag,

      Bei Albinismus liegt eine erbliche Störung in der Pigmentbildung vor.
      Es gibt keine Untersuchungen, die mir bekannt wären, wonach eine Injektion mit zum Beispiel Melanotan eine Verbesserung bewirken würde.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr
      Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
      ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
      Lasermedizin, ästhetische Medizin

  2. Jasmin Gerdes 6. Oktober 2017 um 18:49 Uhr - Antworten

    Guten Tag
    Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
    Ich bin Jasmin und leide seit meinem 8 Lebensjahr unter Pikment Störung vitiligo genannt. Es wir und wird immer schlimmer, nun bin ich 29 und habe vieles in meinem Leben ausprobiert und nichts hat geholfen.
    Natürlich bin ich hin und weg solche Ergebnisse an Menschen zu sehen
    Aber in wie fern wirkt es bei vitiligo? Füllt es meine weisen verlorenen stellen wieder oder wirkt es nur an den Stellen die noch braun sind?
    Ich glaub ich habe zu viele Fragen
    Mit freundlichen Grüßen

    • Dr. Johannes Müller-Steinmann
      Dr. Johannes Müller-Steinmann 18. November 2017 um 11:27 Uhr - Antworten

      Guten Tag,
      die Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) ist sehr schwer zu behandeln.
      Hierauf spezialisiert ist die Universitätshautklinik in Greifswald. Eventuell könnten Sie sich dort einmal vorstellen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr
      Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
      ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
      Lasermedizin, ästhetische Medizin

  3. Thomas 1. August 2017 um 21:32 Uhr - Antworten

    Sehr geehrter Herr Dr.Müller-Steinmann,

    ab wann ist die Spritze mit dem Hormon Afamelanotid erhältlich?

    • Dr. Johannes Müller-Steinmann
      Dr. Johannes Müller-Steinmann 2. September 2017 um 14:52 Uhr - Antworten

      Guten Tag,
      generell ist es in Europa ein langer Weg bis die Medikamente offiziell zugelassen werden.
      Dies ist auch gut so, damit wir in Europa sichere und wirksame Medikamente zur Verfügung haben.
      Ich kann im Moment nicht absehen, wann und ob Afamelanotid zu Injektion zugelassen wird.
      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr
      Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
      Lasermedizin, ästhetische Medizin

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