Carboxy-Therapie: Mit CO2 Falten und Augenringe minimieren

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Neben Behandlungen mit Botulinumtoxin, Hyaluron-Fillern und biokompatiblen Fäden (Fadenlifting) ist die Carboxy-Therapie eine gute Möglichkeit, Falten zu reduzieren. Besonders eignet sich diese Methode an Stellen, an denen die Haut sehr dünn und empfindlich ist – beispielsweise rund um die Augen. Wir im Hautarztzentrum Kiel behandeln daher besonders häufig Tränenrinnen mit der CO2-Therapie. Auf diese Weise können wir kleine Augenfältchen minimieren und dunkle Schatten unter den Augen aufhellen.

Die Carboxy-Therapie in der ästetischen Medizin

Mit dem Alter verliert die Haut an Elastizität und es bilden sich Falten. Die empfindliche Haut um die Augen ist besonders anfällig für die Zeichen der Zeit. Viel Stress, Rauchen und Schlafmangel setzten ihr zusätzlich zu – neben Falten können sich dunkle Augenringe bilden. Mit der Carboxy-Therapie lassen sich diese Alterserscheinungen effektiv und schonend behandeln.

Ursprünglich setzten Ärzte die Carboxy-Therapie ein, um Wunden rascher abheilen zu lassen und arterielle Verschlusskrankheiten zu behandeln. Auch bei der Schmerztherapie kommt diese Behandlungsmethode zum Einsatz. Dabei geben Ärzte medizinisches Kohlendioxid (CO2) unter die Haut.

Mit der Zeit erkannten Mediziner dann aber einen weiteren positiven Nutzen: Seit 1995 kommt die Carboxy-Therapie auch in der ästhetischen Medizin zum Einsatz. Ärzte können damit Cellulite, Fettpölsterchen, Falten und Augenringe behandeln. Das medizinische Kohlendioxid (CO2) eignet sich besonders für Areale, die mit anderen Methoden wie Botulinumtoxin, Hyaluron-Fillern und biokompatiblen Fäden schwer zu behandeln sind: wie die empfindliche Partie unter den Augen. Hier können wir mit der Carboxy-Therapie sowohl die dunkeln Schatten verblassen lassen als auch Schwellungen abbauen und Fältchen glatten.

Die Wirkung von Kohlendioxid

Bei dem Kohlendioxid handelt es sich um farb- und geruchloses Gas. Es verteilt sich sofort in der Einstichstelle, wodurch sich die Hautstruktur ausdehnt. Das Kohlendioxid regt den Stoffwechsel an, was wiederum dazu führt, dass das Gewebe besser durchblutet ist. Diesen Prozess merken die Patienten, weil sich der Bereich leicht erwärmt. Nachdem das CO2 mithilfe einer feinen Nadel in die gewünschten Bereiche eingebracht wurde, simuliert es dort eine Sauerstoffarmut. Die Gefäße erweitern sich und der pH-Wert sinkt. Dieser Prozess wirkt entsäuernd und entschlackend. Gleichzeitig sorgt der Körper dafür, dass Sauerstoff und Nährstoffe an die behandelten Bereiche gelangen.

Der verbesserte Stoffwechsel hat weiterhin zur Folge, dass sich die Kollagenstruktur der Haut verdichtet. Zusätzlich bildet sie neues Kollagen, ein wichtiges Strukturprotein im Körper. Das Hautbild verbessert sich, es wirkt frischer und die dünne Haut wird stabiler.

Behandlungsablauf

Wir injizieren das Kohlendioxid dafür mit einer sehr feinen Nadel ein bis vier Millimeter tief in die gewünschten Bereiche. Die Injektion kann ein leichtes Pieken verursachen, ist in der Regel sonst aber schmerzarm. Eventuell entsteht ein leichtes brennendes Gefühl und eine Schwellung des betroffenen Bereiches für kurze Zeit. Eine Sitzung dauert nur wenige Minuten. Sie sind danach voll belastbar, können Ihren Alltagstätigkeiten wie gewohnt nachgehen und auch Auto fahren.

Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, sind etwa sechs Behandlungen in einem Abstand von einer Woche bis 14 Tagen ideal. Bis erste Erfolge in Form von strafferem Gewebe sichtbar sind, vergehen meist sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit regeneriert sich das Gewebe und es bildet sich nach und nach neues Kollagen. Dadurch verschwinden sowohl die kleinen Falten als auch die dunklen Schatten unter den Augen.

Sie sind nach jeder Sitzung in der Regel sofort wieder voll belastbar, können Auto fahren und zur Arbeit gehen. Sie sollten jedoch, wie bei allen ästhetischen Behandlungen, für die Zeit während der Behandlung sowie sechs bis acht Wochen danach direkte Sonneneinstrahlung meiden. Tragen Sie dafür einen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50 auf die behandelten Stellen auf und schützen Sie Ihr Gesicht mit einem Hut oder Cap.

Nachdem die Carboxy-Therapie abgeschlossen ist, können Sie von einem länger anhaltenden Ergebnis ausgehen. Da sich die Haut weiterentwickelt, ist es jedoch möglich, dass sich später neue Veränderungen ausbilden. Eine erneute Therapie ist dann selbstverständlich möglich.

Risikoarme Behandlungsmethode

Das Risiko für Nebenwirkungen ist sehr gering. In seltenen Fällen bilden sich kleine Hämatome um die Einstichstelle herum. Der Körper baut diese aber nach kurzer Zeit von selbst wieder ab. Bei stark erschlaffter Haut können zudem Schwellungen im behandelten Bereich entstehen, die über mehrere Wochen anhalten. Einige Patienten verspüren nach der Injektion ein leicht kribbelndes Gefühl rund um die Einstichstelle und ein kurzzeitiges Schweregefühl. Durch die verstärkte Durchblutung können zudem kurzzeitig leichte Rötungen und ein Wärmegefühl entstehen. Diese Reaktionen legen sich aber nach wenigen Minuten wieder.

Wann wir eine Carboxy-Therapie nicht anwenden

Es gibt einige Vorerkrankungen oder Indikationen, bei denen eine Behandlung mit Kohlendioxid nicht zu empfehlen ist:

  • Nach Schlaganfällen, bei akuten Thrombosen
  • Bei unbehandelten Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bei Lungenerkrankungen
  • Bei einem nicht eingestellten Diabetes mellitus
  • Bei Gerinnungsstörungen sowie der Einnahme gerinnungshemmender Medikamente
  • Bei Autoimmunerkrankungen wie Bindegewebserkrankungen
  • Bei akuten Hautinfektionen
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit – hierzu liegen noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse vor

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