Tattoo-Entfernung mit dem Laser

Behandlung und Erfolgsaussichten

Mit dem medizinischen Laser können Hautärzte unerwünschte Tattoos dauerhaft entfernen.

Bildnachweis: Hautarztzentrum Kiel

Bis vor einigen Jahren galt: Ist ein Tattoo einmal gestochen, ziert es die Haut dauerhaft. Denn es gab schlichtweg keine zufriedenstellende Methode, um die Körperkunst zu entfernen.

Zwar bestand die Möglichkeit, Tattoos chirurgisch abzutragen, doch oft blieben Narben zurück und das Risiko für Infektionen musste stets in Kauf genommen werden.

Heutzutage zeigt sich uns ein ganz anderes Bild. Mithilfe von medizinischen Lasern können Dermatologen Tattoos zuverlässig und schonend entfernen.

Je nachdem, aus welchen Farben das Tattoo besteht, wenden wir im Hautarztzentrum Kiel verschiedene Laser an. Denn die Pigmente springen unterschiedlich gut auf die verschiedenen Wellenlängen des Lichts an.

  • Für Tattoos aus grüner Farbe eignet sich der Rubinlaser, der Licht der Komplementärfarbe – Rot – abgibt.
  • Bei rotem, braunem oder auch blauem Farbstoff greifen wir zum Neodym-YAG-Laser, dessen Licht in einem nicht sichtbaren, infraroten Bereich liegt.
  • Bei schwarzen Tattoos kommen sowohl der Neodym-YAG-Laser als auch der Rubinlaser zum Einsatz. Hier funktioniert das Lasern in der Regel am besten: Schwarze Pigmente lassen sich – ebenso wie blaue – am einfachsten aus der Haut lösen.

Bei manchen Farben ist das Entfernen aber auch schwieriger:

  • Weiße und orangene Farben nehmen das Laserlicht kaum auf, sondern reflektieren es. In diesem Fall wenden wir den Erbium YAG Laser an, der nicht darauf abzielt, die Pigmente zu zersprengen, sondern die Hautoberfläche abträgt. Je nachdem, wie tief das Tattoo gestochen ist, können Narben zurückbleiben.
  • Besonders hartnäckig sind Tätowierungen, deren Farben Eisenoxid oder Titanoxid beigemischt ist, damit sie auf der Haut besonders leuchten. Trifft Laserlicht auf diese Tattoos, besteht die Gefahr, dass sie nicht verblassen, sondern sogar dunkler werden. Daher testen wir hier zuerst an einer kleinen Stelle, ob die Behandlung überhaupt den gewünschten Erfolg mit sich bringt.

Zielgenaue Zerstörung der Pigmente

Bevor wir mit der Behandlung beginnen, klären wir Sie ausführlich über den Ablauf der Behandlung, die Funktionsweise des Lasers, mögliche Nebenwirkungen, die Erfolgsaussichten und die anfallenden Kosten auf. Zudem beantworten wir gerne alle Ihre Fragen.

Steht einer Behandlung nichts mehr im Wege, beginnen wir mit der Therapie. Der Laser sendet Lichtimpulse von wenigen Milliardstel Sekunden aus. Diese dringen in die Haut ein und erhitzen dort die Farbpartikel, wodurch diese aufplatzen. Die übrig gebliebenen winzigen Pigment-Einzelteile baut der Körper eigenständig ab. Das Ergebnis ist von Dauer, die umliegende Haut wird nicht beschädigt.

Die Behandlung ist für Patienten leicht schmerzhaft – etwa so, wie wenn ein Gummiband auf die Haut schnipst. Wer schmerzempfindlich ist, kann daher vor der Behandlung eine betäubende Salbe erhalten. Direkt nach der Behandlung kann die Haut etwas gerötet und geschwollen sein oder eine feine Kruste bilden. Nach ein paar Tagen sind diese Beschwerden aber meist wieder verschwunden.

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Sechs bis zwölf Sitzungen

Generell gilt: Je weniger tief eine Tätowierung in der Haut liegt und je weniger Farben sie enthält, desto leichter kann der Laser sie entfernen.

Im Durchschnitt sind sechs bis zwölf Behandlungen nötig, bis ein Tattoo verschwunden oder zumindest deutlich verblasst ist. Auch die Größe ist dabei natürlich entscheidend – je größer das Tattoo, desto mehr Sitzungen sind notwendig.

Zwischen den einzelnen Behandlungen sollten jeweils sechs bis acht Wochen liegen, damit der Körper genügend Zeit hat, die zerstörten Pigmente abzubauen.

Wenn bestimmte Eisenoxide zum Tätowieren verwendet wurden, kann eine vorübergehende Pigmentverstärkung auftreten. Ansonsten ist die Behandlung sehr gut verträglich, sofern diese entsprechend der vorgegebenen Sicherheitsstandards erfolgt. Eine unsachgemäße Anwendung der Laser kann zu Verbrennungen und Augenverletzungen führen.

Vorsicht vor der Sonne

Während der gesamten Behandlungszeit ist es wichtig, die betroffenen Stellen nicht der Sonne auszusetzen, da sich sonst leicht Pigmentflecke bilden könnten. Auch sollte die Haut möglichst wenig gebräunt sein, wenn die Behandlung stattfindet.

Denn wenn sich bereits viel eigener Farbstoff in der Haut befindet, könnte das Laserlicht unter Umständen natürliche Pigmente mit zerstören – und wo einst ein schwarzer Skorpion zu sehen war, könnte dann eine helle Silhouette desselben prangen.

Sicherheit geht vor: Laserschutzkurs nach OStrV

Bei uns im Hautarztzentrum Kiel sind alle Ärzte und Medizinischen Fachangestellten im Umgang mit den Lasern geschult. Sie haben alle den gesetzlich vorgeschriebenen Laserschutzkurs nach OStrV (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung) absolviert und frischen ihr Wissen alle fünf Jahre dahingehend auf. Denn nur wenn Laser professionell angewendet werden, sind sie eine schonende und effektive Methode, um Tattoos zu entfernen.

Diese hohen Sicherheitsstandards reduzieren das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen, insbesondere Augenschäden und Verbrennungen der Haut, auf ein Minimum. Bei unsachgerechter Anwendung können diese sowohl bei den Patienten als auch bei den Behandlern auftreten.

Ab Ende 2020 dürfen nur noch Ärzte Tattoos lasern

Da bei Laserbehandlungen „erhebliche gesundheitliche Risiken für die zu behandelnden Personen“ auftreten können, dürfen Tattoo-Entfernungen mithilfe von Laserlicht ab Ende 2020 nur noch von Ärztinnen und Ärzten mit der erforderlichen ärztlichen Fort- oder Weiterbildung durchgeführt werden. So steht es in der Verordnung zur Modernisierung des Strahlenschutzrechts, die Anfang 2019 in Kraft getreten ist.