Sie sind hier:»»Narben behandeln – Nicht immer zahlt die Kasse

Narben behandeln – Nicht immer zahlt die Kasse

Nicht jeder kleine Unfall oder jede kleine Verletzung muss bleibende Erinnerungen hinterlassen. Was viele nicht wissen: Unfall ist nicht gleich Unfall. Bei Betriebsunfällen tritt die Betriebsunfallversicherung ein – und die bezahlt anders als die gesetzliche Krankenversicherung – vielfach zum Beispiel auch eine notwendige Laserbehandlung.

“Die Narbenbehandlung nach Betriebsunfällen liegt in der Regel in den Händen der hierfür zugelassenen Durchgangsärzte, die sich in erster Linie aus Chirurgen rekrutieren”, erläutert Dr. Arno Köllner vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Allerdings kennt der Duisburger Dermatologe aus seinem Berufsalltag eine Reihe von Fällen, in denen nachfolgend eine Narbentherapie beim Dermatologen notwendig wird etwa, wenn eine Wundheilungsstörung korrigiert werden muss. Die Zuweisung an den Dermatologen erfolgt in solch einem Fall über den Durchgangsarzt, der die Behandlung und Abrechnung von Betriebsunfällen regelt.

“Allerdings können sich auch Patienten mit einer Narbe nach Wundausheilung beim Dermatologen vorstellen, um mit einer Laserbehandlung das Narbengewebe zu reduzieren. Der Dermatologe muss sich dann mit der zuständigen Berufsgenossenschaft auseinandersetzen und eine Behandlungserlaubnis erbitten”, erklärt der Spezialist für Berufsdermatologie. Im Übrigen sei die Übernahme von Narbenbehandlungen nach Arbeitsunfällen “weitaus großzügiger geregelt” als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Obwohl nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, wird im Einzelfall die Laserbehandlung einer Unfall-Narbe auch von der Krankenkasse übernommen werden. “Liegt eine medizinische Indikation für eine Laserbehandlung vor, so besteht die Möglichkeit des Antragsverfahrens bei der Krankenkasse”, sagt Köllner. Wenig aussichtsreich sei allerdings beispielsweise ein Antrag auf Kostenübernahme der Korrektur einer störenden, erhabenen Narbe etwa nach einem Bauchnabelpiercing.

Für solche Fälle hat der Gesetzgeber eine Regelung geschaffen: “Behandlungen, die aus Komplikationen bei Piercings, Tätowierungen oder auch Schönheits-OPs resultieren, sind grundsätzlich Selbstzahlerleistungen. Das gilt auch für alle lediglich kosmetisch störenden Narben”, weiß Köllner. Erst wenn eine Narbe als entstellend oder funktionsbeeinträchtigend anerkannt werde, übernähmen die Kassen die Kosten für die Korrektur.

Bevor es so weit kommt, kann jeder selbst versuchen, die Ausprägung einer Narbe, wenn nicht zu verhindern, so aber doch zu begrenzen. “Mit Silikonpflastern kann Druck auf das Gewebe ausgeübt werden, wodurch die Narbe flach gehalten werden kann. Menschen, die zu stark überschießender Bildung von Narbengewebe neigen, können auch auf ein Narbengel zurückgreifen, um die Narbe zu minimieren”, so der Rat des Dermatologen.

Quelle: BVDD

Von | 2018-05-21T12:05:23+00:00 20. Juli 2011|Tags: , |
Dr. Johannes Müller-Steinmann
Dr. med. Johannes Müller-Steinmann ist Facharzt für Dermatologie und Venerologie und ärztlicher Leiter des Hautarztzentrums Kiel.

Fragen & Antworten:

  1. K. Weber 28. Februar 2018 um 11:26 Uhr - Antworten

    Hallo,

    ich wurde vor 3 Jahren von einem Hund gebissen und zwar direkt über dem Auge, dadurch wurde die Augenbraue durchtrennt und direkt danach in einer Klinik wieder zusammengenäht. Die Narbe verläuft von unterhalb der Augenbraue bis zur Stirn über der Nasenwurzel. Es ist sehr störend, wenn ich in den Spiegel schaue. Kann es über die Krankenkasse finanziert werden, denn die Narbe ist schon etwas entstellend?

    MfG
    weber

    • Dr. Johannes Müller-Steinmann
      Dr. Johannes Müller-Steinmann 15. April 2018 um 16:27 Uhr - Antworten

      Guten Tag,
      Narben im Gesichtsbereich lassen sich sehr gut mit dem fraktionierten Erbium YAG Laser behandeln.
      Am besten vereinbaren Sie einen Besprechungstermin, dann können wir einen Heil und Kostenplan für die Krankenkasse erstellen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr
      Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
      ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
      Lasermedizin, ästhetische Medizin

  2. Mona Darwiche 14. Januar 2018 um 1:58 Uhr - Antworten

    Hallo ich habe eine Narbe an meinem Bauch die wie ein zweiter Bauchnabel aussieht. Da ich durch meine Chemotherapie stark abgenommen habe wurde mir eine peg Sonde angelegt dadurch ist diese Narbe entstanden. Ich fühle mich sehr unwohl im Sommer damit. Meine Frage ist ob die Krankenkasse das übernehmen würde und falls nicht was die Kosten für solch eine op sind

    • Dr. Johannes Müller-Steinmann
      Dr. Johannes Müller-Steinmann 28. Januar 2018 um 15:57 Uhr - Antworten

      Guten Tag,
      am besten stellen sich in unserer Sprechstunde vor, dann erstellen wir Ihnen einen Heil-und Kostenplan für Ihre Krankenkasse.
      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr
      Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
      ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
      Lasermedizin, ästhetische Medizin

Schreiben Sie uns Ihre Frage oder Meinung: